Restaurantkritik: Zoe Ma Ma, Boulder, Colorado

Liebe Leser,

seit einigen Monaten liegt der Blog mehr oder weniger ‚brach‘, da die beiden Protagonisten sich in amerikanischen Gefilden umhertreiben, mit minimal ausgestatteten Küchen auskommen müssen und dabei nicht mal zusammen sind. Der Eine an der Ostküste, die Andere in den Rocky Mountains, so leben wir seit fast 4 Monaten. Bald hat der Spuk ein Ende und wir sind wieder in unserer gemütlichen Wohnung in Wien, aber bis dahin gibt’s echt keine tollen Rezepte zu berichten. Wenn ich was für mich koche, dann entweder Rezepte, die hier schon längt geposted wurden, oder aber Dinge, die man nun wirklich nicht als Rezept verkaufen kann (zum Beispiel Bison-Burger oder Mac’n’Cheese…).

Was unseren Alltag momentan eher prägt, sind Restaurants. In den USA ist es mitunter sehr teuer, Lebensmittel einzukaufen, besonders wenn man nur für sich alleine kocht. Meistens lohnt es sich nicht und es ist günstiger, sich etwas im Restaurant zu kaufen.
Hier in Boulder, Colorado, habe ich mich vor ein paar Wochen in ein kleines, taiwanesisches Restaurant verliebt. Es ist vom Stil her ein bisschen so wie das „Ra’Mien“ in Wien – modern, hübsch, luftig.
Doch das Zoe Ma Ma ist grundlegend anders. Anna, die Köchin, die fast jeder nur als „Ma Ma“ kennt, hat eine Hand voll Rezepte aus China mitgebracht, die ihr Sohn, der in Amerika Unternehmen gründete, vermisst hat. So entstand ein kleines aber feines Restaurant mit einer kleinen Karte, wechselnden Tagesgerichten, wenigen Tischen und viel Liebe. MaMa steht eigentlich immer hinter’m Tresen, hinter dem man direkt die kleine Küche sehen kann.

Ich habe mich besonders in ein Gericht verliebt: Za Jiang Mian. Chinesische Eiernudeln (in Boulder, wie es sich hier so gehört, natürlich mit Bio-Eiern und Bio-Mehl gemacht!) mit einer Sauce aus Schweinefleisch und Bohnenpaste, dazu frisches, in Julienne geschnittenes Gemüse (Gurke, Karotte, ein paar Fruehlingszwiebelringe und eine gute Prise frischen Koriander). Das Ganze kann man natürlich auch mit Reisnudeln oder Reis bekommen, falls man Probleme mit Gluten hat. Aussehen tut das so (das Foto ist leider nicht von mir, ich schaffe es nicht, die Kamera drauf zu halten bevor ich es in mich hinein schaufele):

Himmlisch.  Hätte ich es nicht heute Mittag schon gegessen, würde ich jetzt schmachten.
Aus Rücksicht auf Allergiker gibt’s auch keine Erdnüsse in den Rezepten, in denen normalerweise welche drin wären. MaMa hat mir erklärt, dass man die meisten Geschmacksnuancen die durch Erdnüsse erreicht werden auch mit schwarzen Bohnen hinkriegt. Eine super Idee!

Ab und zu muss ich dann aber doch was Anderes essen, und zwar die Szechuan Beef Noodle Soup. Die gibt’s nur Sonntag, Montag und Dienstag – da weiss ich ja schon, was ich nächsten Montag esse.
Eine fleischige, würzige, exotisch schmeckende Brühe mit frisch gekochten Nudeln (die Eiernudeln werden fuer jedes Gericht frisch gekocht – super!), knackigem Gemüse und Stücken von Rinderfleisch so zart, dass sie auf der Zunge zerschmelzen.

Eigentlich kann ich nichts negatives über Zoe Ma Ma berichten. Mittlerweile kennen alle Kassiererinnen meinen Namen und MaMa gibt mir auch mal einen Potsticker gratis zu meinen Nudeln.
Ich bin mal gespannt, ob ich in Europa etwas vergleichbares finde. Das Gericht an sich ist nicht einzigartig, eigentlich müsste man Za Jiang Mian definitiv auch in anderen chinesischen Restaurants bekommen – ich bin nur noch nie darauf gestossen. Und natürlich wird mir die Portion Liebe fehlen, die man bei MaMa stehts dazu serviert bekommt.

Als Nächstes werde ich mich dann daran machen, von einem Restaurant zu berichten, was für die Wiener unter uns ein bisschen näher an zu Hause ist: das „Il Bio“ in der Burggasse im 7. Bezirk. 

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3 Kommentare zu “Restaurantkritik: Zoe Ma Ma, Boulder, Colorado

  1. Nicht mehr lange, dann bin ich endlich wieder in meiner eigenen Küche, mit unseren Messern und Allem drum und dran.. das macht so einen Unterschied.. hier habe ich gar keine Lust zu kochen, weil die drei Jungs mit denen ich in einer WG wohne die Küche Regelmäßig in einen Zustand versetzen, bei dem ich mich weigere das alles zu putzen damit ich kochen kann.. 😦 Aber das ist ja bald vorbei! Und dann gibt’s hier auch wieder Rezepte, mein neues Projekt ist, mehr Sachen aus „Mastering the Art of French Cooking“ zu machen.. 🙂

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