Das magische Frühstück

Morgens gibt’s bei uns immer das Gleiche: Magical Breakfast Cream. Die heisst so, weil sie trotz ihrer Bestandteile so lecker ist. Oder weil Mireille Guiliano sie in ihrem Buch „French Women don’t get fat“ so genannt hat. Egal. Daher kommt jedenfalls das Rezept – ich habe es ein klein bisschen angepasst. Mit dieser Mischung isst sogar Tobi jeden Tag Joghurt und Obst. Und ich freue mich morgens richtig drauf.
Es ist ein komplettes, vollwertiges Frühstück mit Allem was man braucht, um die Stunden bis zum Mittagessen satt und zufrieden zu überstehen und sich trotzdem nicht voll zu fühlen. Mir geht’s jedenfalls so. Die Nüsse mahle ich frisch in der Moulinette, und für meine Portion mahle ich auch die Haferflocken, wenn man es aber lieber kernig mag, kann man das einfach überspringen.

5-6 EL Joghurt (am Besten griechischen Joghurt mit 2% oder normalen 3,5%-Vollmilchjoghurt, mit Magerjoghurt wird’s wässerig)
1 TL Leinsamenöl
1 EL Zitronensaft
1 TL Honig
2 EL gemahlene Haferflocken oder Basismüsli
2 TL gemahlene Nüsse 

Zunächst den Joghurt mit dem Öl glatt rühren. Dann nacheinander den Zitronensaft und den Honig einrühren. Danach die geriebenen Haferflocken und Nüsse unterrühren. Schon fertig!

Variationen:

1. Obst dazu! Ich mache jeden Tag Obst dazu – Banane, Apfel, Birne, Mango (siehe Bild), Erdbeeren, Himbeeren.. je nachdem, was grade in Saison ist. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch kann man einfach eine grosse Schüssel Obstsalat machen und ein paar Löffel dazu geben.

2. Quark oder Cottage Cheese statt Joghurt verwenden, je nach Geschmack.

3. Orangensaft, Grapefruitsaft oder Blutorangensaft statt Zitronensaft verwenden, das mache ich sehr gern. Im Winter ist auch frisch gepresster Mandarinensaft super!

4. Ahornsirup statt Honig, dann braucht man allerdings meist etwas mehr, da Ahornsirup weniger süß ist.

Käsegebäck

Käsegebäck

Von meiner Familie habe ich zum Geburtstag einen tollen, selbstbefuellten Adventskalender bekommen – eine halbe Ewigkeit hat’s gedauert, bis das Ding über den Ozean war, aber seitdem freue ich mich jeden Tag darüber.

Unter Anderem sind Rezepte drin, für Weihnachtsplätzchen und andere Leckereien. Dabei ist ein meiner Meinung nach ganz besonders Tolles: Käsegebäck. Es entstammt einem relativ alten Kochbuch von „Frau Antje“, in dem im Prinzip einfach nur viele Rezepte mit Gouda zu finden sind.
Aber für mich wurde es liebevoll auf hübschem Papier notiert und klein gefaltet, damit es in eine Streichholzschachtel passt…


Ein, zwei Bleche Käsegebäck sind schnell in den Ofen geschoben wenn man grade Plätzchen macht und es ist eine willkommene, salzige Abwechslung zum Süßkram. Mir wird immer irgendwann schlecht von dem süßen Geruch.. und so sieht das meine Cousine auch, die mir dieses Rezept geschickt hat.

Heute habe ich für die Weihnachtsfeier unseres Instituts Plätzchen, Bananenbrot und Kartoffelgratin gemacht, da passte das Käsegebäck noch gut in den Ofenbelegungszeitplan!

Man nehme…

200g geriebenen Käse (original: alten Gouda, ich hatte noch Asiago, Parmesan und mexikanische Käsemischung da)
200g kalte Butter, in kleine Stücke geschnitten 
200g Mehl
2 Eigelb

Die kalte Butter zum Mehl geben und beides miteinander verreiben. Am Ende hat man im Prinzip feine Streusel.

Dann den Käse rein schmeissen, darunter mischen. Zum Schluss die Eigelb hinzugeben und alles zu einem glatten Mürbeteig verkneten.
Die Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde kalt stellen.
Danach auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen (vorher kurz aufwärmen lassen, dann geht es einfacher). Ich kann mit Mürbeteig nicht sonderlich gut umgehen, aber mit dem klappte es ganz gut, ich habe den Teig einfach erst mit den Händen in eine fingerdicke Fläche gedrückt und dann mit einem Glas glatt gerollt.

Jetzt kann man den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen.

Dann daraus das Gebäck ausstechen – Plätzchenausstecher hatte ich leider keine da, also habe ich den Deckel eines Zimtglases entfremdet. Ein Ei verquirlen und die Plätzchen damit bestreichen. Zum Schluss  bestreut man sie mit Kräutern – zum Beispiel Paprika, Oregano, Kümmel, Würzmischungen, …

Nach ungefähr 10 Minuten im Ofen müssten sie fertig sein. Bei mir hat’s etwas länger gedauert, aber das ist auf 1800m über dem Meer auch normal, da dauert alles etwas länger.

Hmmmm, lecker!

Restaurantkritik: Zoe Ma Ma, Boulder, Colorado

Liebe Leser,

seit einigen Monaten liegt der Blog mehr oder weniger ‚brach‘, da die beiden Protagonisten sich in amerikanischen Gefilden umhertreiben, mit minimal ausgestatteten Küchen auskommen müssen und dabei nicht mal zusammen sind. Der Eine an der Ostküste, die Andere in den Rocky Mountains, so leben wir seit fast 4 Monaten. Bald hat der Spuk ein Ende und wir sind wieder in unserer gemütlichen Wohnung in Wien, aber bis dahin gibt’s echt keine tollen Rezepte zu berichten. Wenn ich was für mich koche, dann entweder Rezepte, die hier schon längt geposted wurden, oder aber Dinge, die man nun wirklich nicht als Rezept verkaufen kann (zum Beispiel Bison-Burger oder Mac’n’Cheese…).

Was unseren Alltag momentan eher prägt, sind Restaurants. In den USA ist es mitunter sehr teuer, Lebensmittel einzukaufen, besonders wenn man nur für sich alleine kocht. Meistens lohnt es sich nicht und es ist günstiger, sich etwas im Restaurant zu kaufen.
Hier in Boulder, Colorado, habe ich mich vor ein paar Wochen in ein kleines, taiwanesisches Restaurant verliebt. Es ist vom Stil her ein bisschen so wie das „Ra’Mien“ in Wien – modern, hübsch, luftig.
Doch das Zoe Ma Ma ist grundlegend anders. Anna, die Köchin, die fast jeder nur als „Ma Ma“ kennt, hat eine Hand voll Rezepte aus China mitgebracht, die ihr Sohn, der in Amerika Unternehmen gründete, vermisst hat. So entstand ein kleines aber feines Restaurant mit einer kleinen Karte, wechselnden Tagesgerichten, wenigen Tischen und viel Liebe. MaMa steht eigentlich immer hinter’m Tresen, hinter dem man direkt die kleine Küche sehen kann.

Ich habe mich besonders in ein Gericht verliebt: Za Jiang Mian. Chinesische Eiernudeln (in Boulder, wie es sich hier so gehört, natürlich mit Bio-Eiern und Bio-Mehl gemacht!) mit einer Sauce aus Schweinefleisch und Bohnenpaste, dazu frisches, in Julienne geschnittenes Gemüse (Gurke, Karotte, ein paar Fruehlingszwiebelringe und eine gute Prise frischen Koriander). Das Ganze kann man natürlich auch mit Reisnudeln oder Reis bekommen, falls man Probleme mit Gluten hat. Aussehen tut das so (das Foto ist leider nicht von mir, ich schaffe es nicht, die Kamera drauf zu halten bevor ich es in mich hinein schaufele):

Himmlisch.  Hätte ich es nicht heute Mittag schon gegessen, würde ich jetzt schmachten.
Aus Rücksicht auf Allergiker gibt’s auch keine Erdnüsse in den Rezepten, in denen normalerweise welche drin wären. MaMa hat mir erklärt, dass man die meisten Geschmacksnuancen die durch Erdnüsse erreicht werden auch mit schwarzen Bohnen hinkriegt. Eine super Idee!

Ab und zu muss ich dann aber doch was Anderes essen, und zwar die Szechuan Beef Noodle Soup. Die gibt’s nur Sonntag, Montag und Dienstag – da weiss ich ja schon, was ich nächsten Montag esse.
Eine fleischige, würzige, exotisch schmeckende Brühe mit frisch gekochten Nudeln (die Eiernudeln werden fuer jedes Gericht frisch gekocht – super!), knackigem Gemüse und Stücken von Rinderfleisch so zart, dass sie auf der Zunge zerschmelzen.

Eigentlich kann ich nichts negatives über Zoe Ma Ma berichten. Mittlerweile kennen alle Kassiererinnen meinen Namen und MaMa gibt mir auch mal einen Potsticker gratis zu meinen Nudeln.
Ich bin mal gespannt, ob ich in Europa etwas vergleichbares finde. Das Gericht an sich ist nicht einzigartig, eigentlich müsste man Za Jiang Mian definitiv auch in anderen chinesischen Restaurants bekommen – ich bin nur noch nie darauf gestossen. Und natürlich wird mir die Portion Liebe fehlen, die man bei MaMa stehts dazu serviert bekommt.

Als Nächstes werde ich mich dann daran machen, von einem Restaurant zu berichten, was für die Wiener unter uns ein bisschen näher an zu Hause ist: das „Il Bio“ in der Burggasse im 7. Bezirk. 

Geschmortes Kaninchen mit Pfifferlingen

Geschmortes Kaninchen mit Pfifferlingen

Leider ist mir kein schönes Foto gelungen… 😦

Hmm, Kaninchen! Eigentlich ist das ja eher ein Herbstgericht, aber hier in Österreich gibt es jetzt schon schöne Pfifferlinge, hauptsächlich aus Osteuropa. Ich habe auf dem Naschmarkt bei einem regionalen Bauern ein ganzes Kaninchen bestellt, das kam dann auch sehr frisch an (am Vortag geschlachtet), deshalb habe ich es noch zwei Tage im Kühlschrank liegen lassen. Kaninchen sollte mindestens einen Tag und höchstens eine Woche gekühlt abhängen, sonst ist das Fleisch recht zäh. Wenn man es aber sowieso schmort, macht es aber keinen riesen Unterschied. Man bekommt natürlich auch Kaninchen zerlegt im Supermarkt (oder gefroren), aber ich finde, wenn man schon sowas kocht, dann sollte es auch ein Tier sein, welches bis dahin artgerecht hoppeln durfte und auf Bestellung geschlachtet wird, und nicht nach „Supermarktplan“.

Wer ein Kaninchen als Haustier hat und sich nicht vorstellen kann, eins zu essen, den lade ich jetzt herzlich ein, sich ein anderes Rezept auszusuchen, da ich unter Anderem Bilder vom rohen, zerlegten Kaninchen und den Innereien zeigen werde.
Als Kind hatten die Nachbarn meiner Tante Stallkaninchen, die als Schlachttiere gehalten wurden. Zusammen mit meiner Cousine habe ich die gefüttert, gestreichelt und sogar mit einem kleinen Hundegeschirr über die Wiese hoppeln lassen, aber mir wurde früh beigebracht, dass die zum Essen da sind. Ich wusste also, wo mein Essen herkam wenn es Kaninchenbraten gab, und hab‘ mich gefreut, dass es den Tierchen Zeit ihres Lebens gut ging.

Zutaten:

1 Kaninchen, ohne Kopf, in Portionen zerlegt (eine super Anleitung dafür findet ihr bei Hank Shaw von Hunter, Angler, Gardener, Cook)
400g frische Pfifferlinge
20g getrocknete Steinpilze, in 500m heißem Wasser eingelegt
200g Champignons oder Kräutersaitlinge
750ml Hühnerbrühe
2 Knollen Knoblauch
3 große Schalotten
3 EL Butter
250ml Sherry oder Weißwein
1 große Pastinake oder gemischtes Wurzelgemüse (Möhre, Sellerie, Petersilienwurzel), geschält und in Stücke geschnitten

1. Das Kaninchen zerteilen, falls es nicht schon zerteilt ist. Fett, Sehnen und Silberhaut ordentlich abtrennen, das rächt sich sonst beim Essen. Ich war froh, dass wir unsere Messer grade haben schärfen lassen, so konnte ich mit dem frisch geschärften flexiblen Ausbeiner alles gut erledigen (und ich hab mich auch nur vier oder fünf mal geschnitten…). Das Fleisch gut salzen und 30min bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Nun ein optionaler Schritt: Wildsaucen und -eintöpfe bindet man oft mit einem sogenannten ‚Pfeffer‘, meist ist das Blut. In diesem Fall nimmt man die Leber des Kaninchens, hackt sie sehr fein, vermischt sie gut mit 1,5EL Creme fraiche und presst das dann durch ein feines Sieb. Das resultiert in einer rosanen Creme, die später den Eintopf bindet. Die Leber an sich schmeckt man nicht raus, aber wer sich mit dem Gedanken nicht anfreunden kann, lässt das einfach weg und bindet mit Creme fraiche pur oder Stärke.
Mein Kaninchen sah am Ende so aus:

2. Den Ofen auf 190°C vorheizen. Von den beiden Knollen Knoblauch das obere Drittel abschneiden, auf ein Stück Alufolie setzen, mit Olivenöl beträufeln. Die Folienpäckchen lose zumachen und ca. 1h im Ofen backen, bis der Knoblauch schön braun, weich und süß ist.

3. Während der Knoblauch gart, die Pilze waschen (wer eine Pilzbürste hat, nur abbürsten, ansonsten kurz (!) mit kaltem Wasser abspülen) und in mittelgroße Stücke schneiden. Die Steinpilze aus dem Einweichwasser holen und klein hacken, das Wasser durch einen Kaffee- oder Teefilter gießen (ein Stück Küchenrolle ginge auch) und zur Seite stellen (das braucht man später noch!)
Die Schalotten fein hacken.
Wenn der Knoblauch fertig ist, die Zehen in das Steinpilzwasser drücken und miteinander verquirlen.

4. Nun hat man ein schönes mise en place und kann loslegen: eine große Kasserolle auf den Herd stellen und heiß werden lassen. Die Pilze hineingeben und solange anrösten, bis das Wasser austritt. Das wird sehr viel sein – einfach solange bei mittlerer bis hoher Hitze braten, bis fast alle Flüssigkeit weg ist. Die Pilze herausnehmen und zur Seite stellen.
Als nächstes die Butter zerlassen. Die Kaninchenstücke trocken tupfen und nacheinander von allen Seiten bräunen. Herausnehmen, zur Seite stellen.
Nun die Schalotten in der heißen Butter anschwitzen, bis sie glasig werden. Den Sherry oder Weißwein hinzugeben und auf die Hälfte einreduzieren.

5. Jetzt kommen 750ml Hühnerbrühe, 1 TL getrockneter Thymian, die Steinpilzwasser-Knoblauch-Mischung und eine gute Prise Salz dazu. Gut verrühren. Die Pilze, das Wurzelgemüse und das Kaninchen in den Topf geben und aufkochen.
Nun muss das Ganze mindestens 90min bei offenem Topf langsam vor sich hin köcheln. Ab und zu umrühren, mehr braucht man nicht tun.

Wenn das Fleisch fast vom Knochen fällt, fischt man es am Besten raus und löst das Fleisch ab. In Stücke geschnitten kommt es dann zurück in die Sauce, so lässt es sich später leichter Essen.
Wenn man die Sauce jetzt noch binden möchte, hat man drei Optionen: entweder mit Stärke (dazu einfach 1 EL Stärke mit 2EL Wasser vermischen, in die Sauce einrühren und nochmal aufkochen), mit Creme fraiche oder mit der Lebermischung, diese aber nur in die nicht mehr kochende Sauce einrühren und auf keinen Fall nochmal aufkochen.

Serviert habe ich das Ganze dann mit Baguette, einem Zwiebelgratin mit Parmesan und Rotwein. Lecker! Die Reste gibt es heute Abend mit Pasta, Preiselbeeren und karamellisierten Zwiebeln.

Kufta mit Pistazien-Feta-Relish

Kufta mit Pistazien-Feta-Relish

Schlechte Laune verarbeite ich meistens in der Küche. Also habe ich den Gewürzschrank (ja, ein ganzer Küchenschrank ist voll mit Gewürzen) aufgeräumt, sortiert.. auf den Küchenschränken oben gewischt.. und anstatt mich anschließend von der Arbeitsplatte zu stürzen, habe ich schon mal Abendessen gekocht.

Als Vorspeise gab es eine Suppe mit gerösteter Paprika und Kartoffeln, dann Couscous und Kichererbsen mit Kufta (arabischen Hackbällchen) und einem Pistazien-Feta-Relish

Roasted Red Pepper Soup

4 geröstete Paprika aus dem Glas (meist sind ca. 4 in einem Glas), in Stücke geschnitten
eine kleine Hand voll Kartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten
eine kleine Zwiebel, gehackt
zwei Knoblauchzehen, gehackt

2 TL Butter in einem Topf heiß werden lassen, darin die Zwiebel anschwitzen. Nach ein paar Minuten die Kartoffeln dazu geben und schließlich Paprika und Knoblauch.
Mit 1l Brühe (ich habe Rinderbrühe genommen, Huhn oder Gemüse geht genauso) aufgießen, aufkochen und bei mittlerer Hitze kochen, bis die Kartoffeln weich sind.
Durchpürieren und mit 125ml Milch verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig.

Kufta

Das ist der simpelste Part des Abendessens: ich habe einfach 300g Rinderhackfleisch mit einem Eiweiß, 1 EL Semmelbröseln und 1 EL Herbaria Große Karawane verknetet, in kleine Bällchen geformt und kalt gestellt. Ich mag die Gewürzmischungen von Herbaria sehr gerne und werde bei unserem nächsten Besuch in Deutschland mal wieder einige Neue mitnehmen.
Später habe ich sie dann einfach rundherum in der Pfanne gebraten. Leider war unser Ofen kaputt, sonst hätte ich sie im Ofen fertig gegart (einfach kräftig anbraten und dann bei 180 Grad Ober- und Unterhitze ca. 10min fertig garen, oder in einer Teflonform direkt im Ofen backen, das spart Fett), es ging aber auch so.

Pistazien-Feta-Relish

Eine kleine Hand voll Pistazien grob hacken (entweder in der Moulinette – meine ist grade auf dem Postweg zu mir unterwegs – oder mit dem Messer). 2 EL frisch gehackte Petersilie dazu geben, dann einige schwarze Oliven fein hacken und darunter mischen. 100g Feta fein zerkrümeln, mit etwas Olivenöl beträufeln, nach Belieben noch einen Schuss Zitronensaft dazu geben und gut durchmischen.

Nun habe ich eine Tasse Instant-Couscous quellen lassen, eine kleine Dose Kichererbsen aufgekocht und drunter gemischt, auf den Teller gegeben, ein paar Hackbällchen hineingesetzt und darauf das Relish verteilt. Der Schafskäse schmilzt dadurch ganz leicht an.. hmmm, lecker.

Cordon Bleu mit Birnen-Speckbohnen

Cordon Bleu mit Birnen-Speckbohnen

Achja, das gute Cordon Bleu.. mein Lieblings-Cordon Bleu gibt es ungeschlagen im Restaurant Lamm im Kau in Tettnang. Abgesehen davon das ich es dort immer zum Studentenpreis bekommen habe ist es frisch handgemacht, saftig, riesig und einfach köstlich.
Leider ist es auch eine wahre Fettbombe. Da ich heute mehrere Gänge gekocht habe, wollte ich einen nicht allzu schweren Hauptgang. Hier also eine leichte Variante eines Cordon Bleus mit einer modernen Adaption von Bohnen, Birnen und Speck.

Cordon Bleu

Für das Cordon Bleu ein dünnes Schweineschnitzel salzen und pfeffern, mit grobem Dijon-Senf (à l’ancienne) bestreichen. Eine halbe Scheibe Kochschinken und eine halbe Scheibe Gouda auf eine Hälfte des Schnitzels legen und zusammenklappen. Jetzt entweder mit Rouladenspießen fixieren oder einfach auf die klebenden Kräfte des Käses vertrauen.

Schlicht in der Pfanne mit etwas Olivenöl von beiden Seiten braten. Wäre mein Ofen nicht grade kaputt, so hätte ich es von beiden Seiten scharf angebraten und dann bei 180 Grad fertig gegart. Leider ist der Ofen momentan kaputt (weiß der Himmel warum), aber in der Pfanne ging es auch.

Birnen-Speckbohnen

500g breite Bohnen putzen und in Stücke schneiden, waschen
eine kleine Hand voll mageren Speck in kleine Stücke schneiden

Die Bohnen mit Brühe und Bohnenkraut gut 10min kochen. Dann den Speck mit reinschmeißen und weiter kochen, bis die Bohnen gar sind. Abgießen und eine Pfanne mit etwas Olivenöl heiß werden lassen.
Eine halbe Zwiebel hacken und im Öl andünsten. Die Bohnen und Speck dazu geben, langsam anbraten lassen und währenddessen schon mal eine halbe Birne entkernen und würfeln.
Kurz vor Ende die Birne hinzu geben und ein paar Minuten mitbraten. Fertig!

Birne war heute auch in der Vorspeise drin, da gab es nämlich Sellerie-Birnen-Suppe – die geht ganz einfach:

1/2 Knollensellerie schälen und in Stücke schneiden
1 Birne schälen, entkernen und in Stücke schneiden

Mit 500ml Hühnerbrühe aufkochen, ca. 15min köcheln bis der Sellerie gar ist. Durchpürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig. Zum Servieren etwas Creme fraiche mit einem Hauch Sahne oder Joghurt, TK-Kräutermischung oder frischen Kräutern und Salz und Pfeffer mischen, auf dem Teller zur heißen Suppe geben.
Sehr lecker, fettarm, gesund und schnell.

Guten Appetit!

Fish Tacos

Fish Tacos

Freitags ist Fischtag, und ich versuche laufend, mit dem Fisch etwas Spannenderes als Fisch mit Reis und Gemüse zu machen. Gestern gab es mexikanische Tacos mit karibisch mariniertem Kabeljaufilet, welches es auf dem Naschmarkt bezahlbar zu erstehen gibt.
Ab heute gibt’s wieder mehr französische Küche, wer mag, kann sich also schon auf ein paar schöne Rezepte freuen.

Die Tacos bestehen aus mehreren Komponenenten. Zunächst braucht man kleine Maistortillas (Weizen ginge auch, aber nicht die großen für Burritos!), Eisbergsalat in feine Streifen geschnitten und natürlich Fischfilet, dieses sollte relativ festfleischig sein – Kabeljau, Rotbarsch, Red Snapper, Seeteufel,…
Ich habe dann zum Marinieren mal wieder Schätze der Karibik von Herbaria verwendet. Den Fisch ruhig ein paar Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

Dazu kommen zwei Dressings, eine Koriandermayonnaise und eine Mango-Gurken-Salsa.

Koriandermayonnaise

2 EL Mayonnaise
2EL saure Sahne
2TL gehackter, frischer Koriander
1TL Limettensaft
frisch gemahlener Pfeffer, Salz, etwas Cayenne oder Marinade von Chipotle Chilies in Adobosauce

Alles zusammenmischen und abschmecken. Ich habe noch etwas Reisessig dran gemacht, weil ich ein bissch mehr ‚zing‘ wollte.

Mango-Gurken-Salsa

1 reife Mango, in kleine Würfel geschnitten
ein 15cm-Stück Salatgurke, geschält, die Kerne entfernt und in kleine Stücke geschnitten
2TL gehackter, frischer Koriander
2-3TL Limettensaft
1/2 kleine, sehr fein gehackte Zwiebel
frisch gemahlener Pfeffer, Salz, Cayenne-Pfeffer oder Chiliflocken

Alles zusammenmischen und abschmecken. Wenn es zu scharf oder zu sauer geraten ist, eine halbe Avocado untermischen. Ansonsten nun noch eine reife Avocado würfeln und seperat auf den Tisch stellen.

Zum Essen dann einfach das Fischfilet kurz braten (nicht tot braten, sonst so, dass es in der Mitte noch schön saftig ist), die Maistortillas in der Pfanne oder im Ofen erhitzen und alles zusammensetzen: die Mayonnaise auf den Taco streichen, Salat drauf, Fischfilet, Avocadowürfel und die Mangosalsa darauf geben. Guten Appetit! Pro Person sollte man 3-6 Tacos rechnen, je nach Hunger.

Hier noch ein Bild mit den Taco-Schichten:

Cinnamon Sticky Buns

Cinnamon Sticky Buns

Achtung, dies ist kein Rezept zum Abnehmen. Es ist ungeeignet für Menschen die sich bei leckeren Sachen nicht beherrschen können und man sollte die doppelte Menge einplanen, wenn man damit andere Leute beglücken will. Kurz: Cinnamon Sticky Buns. Eine amerikanische Leckerei, die ich ein bisschen an europäische Gegebenheiten angepasst habe, es fehlen nämlich die Pecannüsse, die hier einfach sauteuer und selten zu kriegen sind. In den Südstaaten der USA dagegen kann man sie pflücken wie hierzulande Haselnüsse aus dem eigenen Garten.

Nein, wirklich, ich backe selten und noch seltener was Süßes mit Hefeteig, aber die Dinger muss ich unbedingt mal wieder machen. Es gab sie vor ein paar Monaten, als wir Besuch aus Deutschland hatten, mit dem Hintergedanken das ich dann nicht Gefahr laufe, ALLES alleine aufzufuttern. Hätte auch ganz gut funktioniert wenn ich nicht zusätzlich noch Brownies gebacken hätte.
Mir schmeckten sie sowohl frisch aus dem Ofen als auch einen Tag später sehr, sehr gut. Also, eigentlich immer. Okay, genug geschwärmt, hier kommt das Rezept. Bitte nachbacken! Und daran denken, dass die Dinge über Nacht gehen müssen.

60ml warmes Wasser mit einem Päckchen Trockenhefe und 1TL Zucker verrühren. Kurz stehen lassen bis sich die Hefe aufgelöst hat. Dann mit 180ml Milch, 40g Zucker, 4 Esslöffel Butter, drei Eigelb, 1 Esslöffel frische, fein gehackte Orangenzeste, 1 1/4 Teelöffel Salz verrühren. Mit insgesamt 500g Mehl zu einem Teig verarbeiten, am Besten mit dem Knethaken der Rührmaschine. Da mein Handrührer nicht sonderlich leistungsstark ist, habe ich nach dem Zusammenmischen aller Zutaten zum manuellen Kneten gewechselt. Wenn der Teig ein bisschen zu feucht ist, einfach ein wenig Mehl dazu geben. Kneten bis der Teig glatt und elastisch ist, dann mit etwas Butter einstreichen und in eine Schüssel geben. Mit Plastikfolie abdecken und an einem warmen Platz 1-2h gehen lassen, bis dich der Teig ungefähr verdoppelt hat.
Dann aus der Schüssel rausholen, kurz durchkneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche 20min ruhen lassen. Währendessen schonmal die Füllung vorbereiten.

Dafür 100g braunen Rohrohrzucker (am Besten den ‚feuchten‘) mit einem Esslöffel gemahlenem Zimt vermischen. 4 Esslöffel Butter schmelzen.
Den Teig in ein 30x45cm großes Rechteck auswalzen. Mit der beschmolzenen Butter bestreichen und mit der Zucker-Zimt-Mischung bestreuen.

Nun den Teig längs aufrollen und in 15 gleich große Teile schneiden.
Als nächstes das ‚Topping‘ zubereiten: 150g braunen Zucker mit zwei Esslöffeln Honig und einem Esslöffel Ahornsirup sowie 4 Esslöffel Butter verrühren und in einem kleinen Topf heiß werden lassen bis die Butter geschmolzen ist und der Zucker aufgelöst ist. In eine Auflaufform (ca. 22x33cm) gießen und gleichmäßig verteilen. Wer hat, kann jetzt 100g gehackte Pecannüsse darüber verteilen. Ich habe sie weggelassen.

Die Teigschnecken aufrecht in die Form setzen (so, dass man das ’schneckige‘ sieht), nah aneinander, sie sollen sich berühren. Mit Plastikfolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Am nächsten Tag (..zum Frühstück schmecken sie auch sehr gut!) aus dem Kühlschrank holen, die Folie abmachen und den Ofen auf 190 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
30-35min backen, bis sie golden sind. Rausholen und sofort stürzen (z.B. auf eine Silpatmatte oder eine große Platte), dabei gut aufpassen, das man kein heißes Karamell abbekommt. Kurz abkühlen lassen und dann: genießen!

Red Snapper mit Currynudeln und Edamame

karibisch mariniertes Red Snapper-Filet auf Currynudeln und Edamame

Am Naschmarkt gibt es fantastische Fischhändler, ich mag besonders Fisch Gruber. Freitags kommen Frischlieferungen rein, über die man sich per Newsletter benachrichtigen lassen kann, und letzte Woche gab’s frischen Red Snapper. Also bin ich zum Naschmarkt marschiert und habe um das Filettieren eines Fisches gebeten. Nicht ganz billig, der Fisch, aber dafür super frisch und lecker. Einmal die Woche kann man sich das schon gönnen.

Die Fischfilets habe ich dann mit einer Herbaria Gewürzmischung mariniert: Schätze der Karibik. Im Kühlschrank zogen sie schonmal durch, während ich den Rest vorbereitet habe. Das Gericht war sehr lecker, sehr schnell und relativ gesund noch dazu – Jackpot!

200ml Kokosmilch
2-4EL gelbe oder rote Currypaste (je nach gewünschtem Schärfegrad)

In einem kleinen Topf zusammenrühren, aufkochen lassen, kurz köcheln und dann am Herdrand ziehen lassen. Abschmecken und eventuell nachsalzen, bei manchen Currypasten ist das nötig.

Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Spaghetti kochen und nach 5min Edamame aus dem TK (gibt’s in Österreich von Iglo unter dem Decknamen ‚Sojabohnen‘, ob es die in Deutschland gibt, weiß ich leider nicht) dazuschmeißen und mitkochen.
Die Fischfilets in einer Teflonform (ich habe eine Teflon-Quicheform) mit der Hautseite nach unten mit etwas Olivenöl beträufeln und in den Ofen schieben, nach einigen Minuten wenden.  Der Fisch sollte richtig brutzeln. Man kann ihn natürlich auch einfach in der Pfanne braten, aber im Ofen geht es einfacher.

Wenn die Spaghetti und die Sojabohnen fertig gekocht sind, abgießen und die Currysauce untermischen. Das Fischfilet daraufsetzen und mit etwas gehacktem Koriander bestreuen. Voilá!

Spicy Meat Gumbo

Südstaaten-Gumbo mit Huhn und Chorizo

Erstmal – die Pause ist vorbei. Es wird wieder gebloggt. Technisch gesehen schuldet Tobi euch noch eine Zillion Posts, aber irgendwie ist er zu faul, sie nachzutragen. Fotos sind jedenfalls vorhanden und sobald er motiviert (oder gelangweilt) genug ist, kommen da noch einige Rezepte.

Heute gibts aber erstmal das Rezept von Montagabend: Gumbo. Das ist in den Südstaaten der USA eine Glaubenssache, ein richtiges Gumbo basiert immer auf der sogenannten Roux (eine Mehlschwitze) mit der ‚holy trinity‘ – Zwiebeln, Paprika und Staudensellerie. Eigentlich hasse ich ja Staudensellerie, aber irgendwie habe ich momentan Lust drauf, vielleicht komme ich ja doch noch auf den Geschmack.

Mit dem Gumbo, dessen Rezept aus dem Buch ‚Jamie’s America‘ von Jamie Oliver stammt, habe ich schon ein paar Leute überzeugt, sogar echte Köche 😉 Es ist auch einfach saulecker. In dem Bild oben seht ihr eine Version ohne Chorizo, da ich versuche, etwas gesunder zu kochen,  aber ich gebe euch lieber das Originalrezept, das ist nämlich einfach umwerfend.

Man braucht für 6-8 Personen:

4 Hühnerschenkel inkl. Unterschenkel, mariniert mit 1TL Paprika, 1TL Cayenne, Salz, Pfeffer
400g Chorizo in dicke Scheiben geschnitten
4 dicke Streifen Räucherspeck, in mittelgroße Stücke geschnitten
1 große Zwiebel, fein gehackt
1 Paprika, fein gehackt
4 Stangen Sellerie, fein gehackt
6 Zehen Knoblauch, grob gehackt
1kg Süßkartoffeln, geschält und in grobe Stücke geschnitten
6 Stängel frischen Thymian (oder 2 TL getrockneten)
4 Lorbeerblätter
1,5l heiße Hühnerbrühe, am Besten selbstgemacht (und entfettet!)

Wenn man nur für 2-4 Personen kocht, kann man recht ökonomisch kochen: Wir haben anstatt Hühnerbeine zu kaufen einfach ein ganzes Huhn genommen, die Beine und Flügel (außer der Flügelspitzen) für das Gumbo verwendet, aus der Karkasse und den Flügeln mit Suppengemüse die Hühnerbrühe gekocht und die Hühnerbrüste andersweitig verwendet.

Das marinierte Huhn, die Chorizo und den Speck in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze rundherum knusprig anbraten. Herausnehmen, aber das ganze leckere Fett im Topf lassen. Die Hitze runterdrehen und Zwiebel, Paprika und Sellerie langsam anschwitzen, bis das Gemüse weich wird. Dann 3 gehäufte EL Mehl hineingeben und sofort ordentlich umrühren, damit nichts am Boden hängen bleibt und das Mehl sich gut mit dem Fett verbindet. Ab jetzt darf man den Topf für gut 15min nicht mehr verlassen: kontinuierlich rühren (am Besten mit einem Spatel) bis das Mehl hellbraun (Erdnussbutter ist ein guter Richtwert) ist. Je dunkler das Mehl wird, desto intensiver wird der Geschmack, manche machen das bis zu 45min, bis das Mehl wirklich dunkelbraun ist. Mir reicht hellbraun aber aus. Wenn die Roux fertig ist, den Knoblauch, das Fleisch, die Süßkartoffeln, Thymian und Lorbeerblätter dazugeben und nochmal einige Minuten zusammen braten.

Nun gießt man das ganze mit der Hühnerbrühe auf, dreht die Hitze hoch bis alles kocht und lässt es dann bei mittlerer bis niedriger Hitze mindestens eine Stunde vor sich hin köcheln. Wir hatten unser Gumbo am Montag gut 3h auf dem Herd, weil wir zwischendurch ins Theater gegangen sind, und das Huhn ist so herrlich auseinander gefallen, das war echt gut.

Zum Schluss die Süßkartoffeln noch etwas zerstampfen, wenn sie nicht sowieso schon komplett in das Gumbo reingekocht sind. Abschmecken,  und zum Servieren etwas gehackte Petersilie und Frühlingszwiebeln drüber geben. Dazu passt Reis, man kann es aber auch als Suppe essen. Die Reste einfrieren und sich später nochmal drüber freuen!