Hummus mit Süßkartoffel

Ohh, Hummus! Könnte ich tagein, tagaus essen. Als wir in Neuseeland mit dem Zelt unterwegs waren haben wir uns viel von Baguette und diversen Dips ernährt – unter Anderem von „Lisa’s“ Dips, da gab es ganz tolle Hummus-Sorten und auch welche mit Schafskäse. Eine meiner Lieblingssorten hatte Süßkartoffel, Kürbis und Kreuzkümmel drin. Nun stieß ich neulich auf ein Rezept für Hummus mit Süßkartoffel und Gewürzen, und der kommt der Sache schon recht nah. Zu dieser Jahreszeit gibt es sowieso keinen Kürbis, und Kürbis aus Dosen finde ich in Deutschland irgendwie nie (in den USA ist das Standard, viele Leute machen damit ihren Pumpkin Pie). Gestern habe ich den Hummus gemacht, um ihn auf Quinoa-Wraps zu schmieren, aber er eignet sich auch als Brotaufstrich, zum Dippen oder einfach zum so essen.
Ich nahm:

ein Glas Kichererbsen (von Alnatura, Abtropfgewicht 220g, oder die entsprechende Menge frisch gekochter Kichererbsen)
150g Süßkartoffel
2-3EL Tahin ohne Salz (von Rapunzel)
5EL Olivenöl
1 TL Cumin
je 1/2 TL Zimt und Muskat
frisch gemahlener Pfeffer, Salz nach Geschmack
eine Knoblauchzehe
den Saft einer Zitrone

Die Vorbereitung geht sehr leicht zur Hand, wenn man ein Glas oder eine Dose Kichererbsen nimmt – obwohl es mit eingeweichten und gekochten Kichererbsen leckerer schmeckt, dann muss man aber auch daran denken, sie am Abend zuvor einzuweichen.
Die Süßkartoffel schälen, in Stücke schneiden und in reichlich gesalzenem Wasser kochen bis sie gar ist. In ein Sieb abgießen und abkühlen lassen.
Währenddessen die gegarten Kichererbsen in eine Schüssel geben und die restlichen Zutaten dazu geben. Bei den Gewürzen lieber am Anfang etwas zu wenig nehmen und später nachwürzen. Nun die abgekühlte Süßkartoffel dazu geben und alles mischen.

Idealerweise hat man eine Moulinette oder einen anderen guten Mixer, ich hatte leider nur einen Stabmixer zur Hand, wenn der genug Power hat klappt’s aber auch so. Also alles ab in den Mixer oder in ein hohes, stabmixertaugliches Gefäß. Ordentlich durchmixen. Soll der Hummus zum dippen sein, muss vermutlich noch etwas Wasser dazu, damit er cremiger und flüssiger wird. Um ihn in Wraps oder auf Brot zu essen ist eine dick-cremige Konsistenz genau richtig. Nach Belieben mehr Gewürze, Olivenöl und Salz dazu geben.

Die Möglichkeit für Variationen ist bei Hummus unendlich. Im Originalrezept kommt noch Sriracha dazu, das hatte ich aber nicht da und Chilipulver hab ich auch keins gefunden…
In zwei Wochen ziehen wir endlich in unsere neue Wohnung um. Dann wird auch unsere neue Küche eingebaut und ich freue mich schon sehr darauf, sie endlich wieder mit allerlei tollen Lebensmitteln einzurichten. Allein der Gedanke daran, Vorratsgläser zu befüllen, macht mich ganz wuschig…

Rezept inspiriert von http://www.vegetarianventures.com/2012/11/26/spiced-sweet-potato-hummus/

Burrito Bowl, mal anders

Image

Ich lese ja viele Rezepte im Internet. Es gibt so viele tolle Kochblogs, da kann man sich stundenlang vergnügen. Nicht selten finde ich dabei Rezepte, die ich quasi sofort machen muss. Heute war so ein Tag. Ich stolperte über ein Rezept für Creamy Avocado Rice und wusste direkt, das wird mein Abendessen – mit ein paar Zusätzen.

Als ich dann in der Küche stand hatte ich natürlich keine genauen Mengen mehr im Kopf, also hab ich’s einfach nach Gefühl gemacht. Da in dem Rezept was von burrito bowl stand (und ich sofort an Chipotle denken musste) habe ich eben eine Solche improvisiert – nur gesünder und vegan.

ca. 65-80g Reis
eine kleine Avocado
eine Limette
Koriander
1/2 Zwiebel
1/2 Dose Chilibohnen (besser noch wären schwarze Bohnen, findet man aber so schwer)
Tofu nach Geschmack

Zunächst muss der Reis gar werden. Ich bevorzuge hier die Wasser-Reis-Methode, koche also den Reis in viel Wasser und gieße ihn dann ab. Zum Reis kommt eine halbe Limette und eine gute Prise Salz.
Während der Reis kocht, zermansche ich die Avocado zusammen mit dem Saft einer halben Limette und etwas kleingehacktem Koriander. Quasi eine simple Guacamole.
Den Tofu – ich hatte noch japanische Bratfilets von Taifun die sehr lecker sind, die Pizza-Sorte von Taifun hätte aber besser gepasst, oder einfach normalen Tofu mit Tomatenmark, Cumin usw. marinieren – habe ich nur in Würfel geschnitten, weiter nix.

Die Chilibohnen in einem kleinen Topf erhitzen und eine halbe fein geschnittene Zwiebel unterrühren. Erhitzen und mit einer Gabel grob manschen.

Wenn der Reis gar ist, abgießen und direkt mit der Avocado mischen, so dass es schön cremig wird. Ohne Alles ist das jetzt schon lecker. In einen tiefen Teller etwas Salat geben. Den Rest einfach draufstapeln, Gabel rein, los geht’s!

Frühlingspasta mit grünem Spargel

Image

So richtig Frühling ist noch nicht, aber heute scheint in München immerhin die Sonne. Mehr sollte man momentan auch gar nicht verlangen, sonst versteckt sie sich gleich wieder.

Da ich vom gestrigen Curry noch grünen Spargel übrig hatte, gab es heute zum Mittagessen einen leckeren Teller Pasta. Schnell ging’s, insgesamt liegt die Zubereitungszeit unter 15 Minuten – also auch geeignet für die Tage, an denen es mal fix gehen muss (ohne Fix-Produkte, mit denen geht’s meist gar nicht so fix..)

300g grünen Spargel
80g Nudeln (ich nahm Mini-Pipe Rigate von Barilla)
1 EL Olivenöl
1 TL rotes Pesto
Salz, Pfeffer
optional: Graved Lachs in Streifen geschnitten
optional: frische Kresse

Während die Nudeln kochen, schneidet man den Spargel in mundgerechte Stücke. Eine Pfanne kommt mit dem Olivenöl auf den Herd, wenn das Öl heiß ist, den Spargel hinein geben. Der darf jetzt unter häufigem wenden oder flippen (wer den Dreh raus hat) vor sich hin schmoren. Wenn die Nudeln gar sind kommen sie dazu. Ist der Spargel bissfest, so gibt man das Pesto (was man da hat, ich hatte eben Pesto Rosso da) dazu und schmort noch ein bisschen weiter. Fertig. Ging schnell, oder?
Das gewisse Etwas gab dann noch ein Rest Graved Lachs der sich im Kühlschrank versteckt hatte sowie ein halbes Beet Kresse, das so vor der Vernachlässigung gerettet wurde. Herrlich!

Veganes Thai-Curry mit Kokosmilch

Image

Gestern hatte ich mal wieder Lust auf was scharfes, samtiges mit viel Gemüse. Schon lange sehe ich das Fleisch nicht mehr als integralen Bestandteil eines Curries an – hauptsache, es ist leckeres Gemüse drin, das nicht totgekocht wurde. Aber wenn man es selber macht, kann man dafür ja Sorge tragen!

Für einen großen Teller Curry:

eine Zwiebel
150g Süßkartoffel
100g Karotte
100g Brokkoli
100g grüner Spargel
100g Zuckerschoten
2 TL Rote Thai-Curry Paste, z.B. von alnatura
200ml Kokosmilch
200ml Wasser
Salz

Da das Gemüse unterschiedliche Garzeiten hat, muss man ein mise en place vorbereiten, also alles vorher schnippeln und bereit stellen. Die Süßkartoffel und die Karotte werden geschält und in Würfel (mit ca. 1cm Kantenlänge) geschnitten. Die Zwiebel am Besten in feine Spalten schneiden. Vom Brokkoli gut 100g Röschen abtrennen, und mit den Zuckerschoten muss man erst Mal gar nix machen. Vom grünen Spargel die holzigen Enden abtrennen und dann in mundgerechte Stücke schneiden oder brechen. Süßkartoffel und Karotte können zusammen in eine Schüssel, Brokkoli und Spargel auch.

Jetzt geht’s los: in einem Topf einen TL neutrales Pflanzenöl oder Kokosfett (gesunde und leckere Alternative) erhitzen. Die Zwiebeln dazu geben und ein paar Minuten anschwitzen. Dann die Süßkartoffel und Karotte rein, wieder ein paar Minuten anschwitzen. Jetzt kommt die Currypaste dazu, kurz umrühren und direkt die Kokosmilch und das Wasser (dazu einfach den Karton mit der Kokosmilch noch mal auffüllen) dazu geben. Prise Salz rein und erst mal 10-15min köcheln lassen bis das Gemüse fast gar ist. Wenn die Süßkartoffel weich ist, Brokkoli und Spargel dazu geben und den Deckel drauf setzen. Eventuell muss noch ein Schluck Wasser dazu, aber es macht nichts, wenn der Brokkoli nicht komplett in Flüssigkeit ist – er wird quasi auf dem Curry gedämpft. Wenn der Brokkoli dann bissfest ist, kommen auch die Zuckerschoten dazu. Jetzt dauert es noch wenige Minuten und das Curry ist fertig! Mit Salz abschmecken und servieren.

Fun Fact: vor einem Jahr hätte ich weder Karotte noch Brokkoli oder grünen Spargel zu „leckerem Gemüse“ gezählt und sie schon gar nicht als Hauptdarsteller in so einem Gericht gewählt. Tja, so ändern sich die Dinge!

Apfel-Lauch-Nudeln

Image

Uh, Lauch. Ein fantastisches und meiner Meinung nach unterschätztes Gemüse (so wie Zwiebeln übrigens auch). Langsam geschmort wird er süßlich-zart, das verträgt sich natürlich besonders gut mit anderen natürlich-süßen Dingen.. wie zum Beispiel Äpfel.

Zwei pastahungrige Personen essen:

300g Tagliatelle (am Liebsten die Barilla Tagliatelle Bolognesi)
eine dicke Stange Lauch
zwei Scheiben Kochschinken
einen großen Apfel
2-3 EL Philadelphia
2-3EL Sauerrahm

Schinken in feine Streifen schneiden (den kann man auch einfach weglassen, aber ich hatte noch welchen da und es war eine feine Komponente), den Lauch längs halbieren, waschen und dann in feine Ringe hacken. Da der Lauch am längsten braucht, kommt nun eine Pfanne mit einem EL Butter auf den Herd und der Lauch dazu. Bei mittlerer Hitze sanft dünsten – er darf KEINE Farbe nehmen!
Den Schinken kann man direkt dazu geben. Während das schmort schält man den Apfel und schneidet ihn in kleine Stückchen (das man ihn auch entkernt ist klar, oder?). Ab zum Lauch, auch der Apfel darf schmoren.
Jetzt kommt ein Topf Nudelwasser auf den Herd. Wenn das Wasser kocht und die Nudeln drin sind ist der richtige Zeitpunkt um das Lauchgemüse mit dem Frischkäse bekannt zu machen. Nach Belieben Philadalphia dazu geben und, wem es so zu dickflüssig ist, noch ein wenig saure Sahne. Mit ordentlich frisch gemahlenem Pfeffer und Salz abschmecken und warm halten.
Über die heißen Nudeln geben und mit geriebenem Bergkäse verfeinern. Garantiert lecker!

Quinoa-Salat mit Avocado und Mango

ImageDieser Salat hat es in sich. Er ist nicht nur furchtbar gesund, sondern auch schrecklich lecker, schnell und einfach gemacht und prima zum Mitnehmen. Quinoa ist ein südamerikanisches Pseudo-Getreide, eigentlich sind es Samen. Vom Geschmack her ist er leicht nussig, ansonsten ähnlich wie Couscous oder Bulgur, mit dem Unterschied das Quinoa von Natur aus glutenfrei und sehr proteinreich ist. Macht diesen Salat für eure nächste Feier (Veganer und Vegetarier werden sich freuen) oder einfach zum Abendessen. Da ich momentan meist für eine Person koche, gebe ich die Mengen für eine gute Portion an – die lassen sich dann beliebig multiplizieren. Ich kaufe Quinoa von Alnatura.

100g Quinoa
1 kleine Avocado
1/2 Mango (je nach Größe, etwa 100g Fruchtfleisch)
zwei Frühlingszwiebeln
eine Tomate

Dressing:
1 EL Olivenöl
Saft einer halben Limette
gute Prise Cumin
Salz, Pfeffer

Als erstes wird der Quinoa zubereitet. Dazu in ein feines Sieb geben und mit heißem Wasser ordentlich waschen, so wird er später nicht bitter (ein Schritt, den ich bei meinen allerersten Quinoa-Versuchen ausgelassen hatte, danach habe ich das jahrelang nicht mehr probiert…). 250ml Wasser aufkochen und den Quinoa einrühren. Der muss jetzt so 20min köcheln, danach macht man den Deckel drauf und lässt ihn noch 10min ausquellen.

Während das Pseudo-Getreide vor sich hin kocht, kann man schon mal den Rest schnippeln. Avocado, Mango und Tomate in kleine Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln fein hacken, das Dressing anrühren (oder – wie ich es gerne mache – in einem Schraubglas schütteln). Wer mag, schneidet noch 50g Ziegenfeta. Dann schon mal die Zutaten mit dem Dressing vermischen und etwas durchziehen lassen.
Wenn der Quinoa fertig ist, einfach auf einen tiefen Teller geben und den Rest obendrauf. Mischen, essen, glücklich lächeln.

Zha Jiang Mian

Ohje war das lecker.
Neulich habe ich hier vom Restaurant „Zoe Ma Ma“ in Boulder berichtet, wo ich am Liebsten Nudeln mit einer würzigen Schweinehack-Sauce und frischem Gemüse gegessen habe, ein Gericht namens Zha Jiang Mian.
Da ich sowohl das Restaurant als auch das Gericht wirklich vermisse habe ich heute versucht, es nachzukochen. Im Internet gibt es tonnenweise Rezepte dazu, aber ich habe es nicht mehr geschafft, richtige fermentierte Bohnensauce im Asia-Laden kaufen zu gehen, dafür hatte ich noch Hoisin-Sauce da, die ja auch zum Großteil aus fermentierten Bohnen besteht.
Das Ergebnis: es ist sehr, sehr lecker geworden und schmeckte fast so gut wie bei Zoe Ma Ma! Dort war die Sauce etwas suppiger, nächstes Mal koche ich sie in einem Topf statt in der Pfanne.
Außerdem nahm ich gemischtes Hackfleisch.

500g Hackfleisch (gemischt oder nur Schwein)
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1/2cm Ingwer, fein gehackt
2 Frühlingszwiebeln, das Weiße und Hellgrüne gehackt
3 EL Hoisin-Sauce
Sojasauce

Zwiebeln, Ingwer und Frühlingszwiebeln in etwas Pflanzenöl anschwitzen. Wenn alles etwas Farbe genommen hat, aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Das Hackfleisch rundherum scharf anbraten. Wenn es quasi gar ist, die Zwiebelmischung wieder hinzu geben und mit einem guten Schuss Sojasauce zusammen mischen. Die Hoisin-Sauce dazu geben und gut verrühren. Nun habe ich etwas Wasser dazu gegeben und alles gut 15-20 Minuten vor sich hin köcheln lassen, bis es schön cremig wurde. Abschmecken, eventuell noch mehr Hoisin-Sauce dazu geben. Wenn die Sauce zu dünn geraten ist, einfach die Flüssigkeit mit einem TL Stärke (in Wasser gelöst) binden.

Während die Sauce köchelt, Gurke in feine Streifen schneiden und eine Möhre grob raspeln. Eine Frühlingszwiebel hacken und einen kleinen Bund Koriander entweder abzupfen oder grob durchhacken.
Spaghetti nach Packungsangabe kochen (Scherz, ich gucke nie auf die Packung, einfach Nudeln in gut gesalzenem Wasser kochen bis sie gar sind, irgendwann hat man das im Gefühl) und nach dem Abgießen mit einigen Tropfen Sesamöl (falls man grade welches da hat) mischen. Man könnte natürlich auch Soba, Udon oder gar Mie-Nudeln nehmen (die getrockneten die es bei uns gibt mag ich nicht, wenn, dann welche aus dem Kühlregal im Asia-Laden), aber Spaghetti sind immer da und ich sehe es überhaupt nicht ein, 3 Euro für 250g Soba zu bezahlen.

Die Nudeln auf einen Teller geben, einen gute Kelle Sauce darüber geben und mit Gurke, Möhre, Frühlingszwiebeln und Koriander garniert servieren. Guten Appetit!

Vanillecrème

Hmmm, momentan bin ich irgendwie auf dem Dessert-Trip. Eigentlich mache ich nicht oft Süßspeisen, da bleibt bei uns immer so viel übrig und dann muss man den Rest ewig essen. Aber nachdem ich von meiner Freundin Meaghan aus Boulder eine ganze Packung voll Vanilleschoten aus Zanzibar mitgebracht bekommen hatte, wollte ich doch endlich mal was damit machen. Also gab es gestern eine simple, aber umwerfend leckere Vanillecrème und dazu heiße Orangenfilets. Eine tolle Kombination.

400ml Milch
eine Vanilleschote

Die Vanilleschote auskratzen, den Inhalt und die Schote in die Milch geben. Aufkochen, von der Hitze ziehen, Deckel drauf und eine gute Stunde durchziehen lassen. Wer dafür keine Zeit oder Geduld hat: eine halbe Stunde ist auch schon gut.
Danach die Schote rausangeln, abwaschen, vorsichtig abtrocknen und auf einem Küchentuch an der Luft weitertrocknen lassen. Die kann man nämlich weiterverwenden, ich stecke leere Vanilleschoten meist in Zucker. Wenn die Milch durchgezogen ist, folgende Mischung anrühren:

2 Eigelb
75g Zucker  
40g Speisestaerke
100ml Milch

Alles glatt rühren.
Die Vanillemilch nun wieder auf den Herd stellen und diesen auf mittlere Hitze schalten. Die Stärkemischung in einem schwachen Strahl unter kräftigem Rühren mit einem Schneebesen einrühren. Immer schön weiter rühren, bis es aufkocht, dann noch 30 Sekunden kräftig rühren und kochen lassen und sofort von der Hitze nehmen.
Wenn die Crème portioniert werden soll, lässt man sie am Besten direkt in kleinen Schälchen abkühlen. Lauwarm schmeckt sie am Besten.
Man kann sie nun pur essen oder alles Mögliche dazu reichen: Beerenfrüchte (aufgetaut oder frisch, oder auch Rote Grütze), Apfelmus, Kirschkompott, Amarettinikekse, … ich liebe aber die Kombination von Vanille und warmer Orange. Ich hab‘ mir das immer sehr schrecklich vorgestellt, aber es ist großartig. Die Mengenangabe reicht für zwei Personen ohne Nachschlag (leider).

1 Orange in Filets schneiden (über einer Schüssel, die den Saft auffängt)

Die Filets mit Saft in eine kleine Pfanne geben und über mittlerer Hitze anschwitzen. Sobald die Flüssigkeit etwas verkocht ist, einen Schuss Alkohol dazu geben – Cointreau oder 43er machen sich gut – und noch mal aufkochen lassen. Auf der lauwarmen Vanillecrème verteilen.
So einfach, so gut.

Das Rezept stammt aus einer älteren Ausgabe von „essen & trinken für jeden Tag“ und empfiehlt, die Crème dann mit 250g Mascarpone und 2EL Orangensaft zu mischen. Ich habe die Mischung mit Mascarpone im kleinen Schüsselchen getestet und mich dagegen entschieden. Es wird dann einfach sehr butterartig und der Geschmack der Mascarpone konkurriert irgendwie mit dem feinen Aroma der Vanille – so gar nicht meins. Wer’s mag, kann das aber auch mal testen! 

Pipérade

Bei einem Versuch, endlich mal eine Auswahl an Rezepten in Julia Child’s „Mastering the Art of French Cooking“ zu markieren, habe ich im Kapital „Eggs“ auch die Pipérade markiert. Ein baskisches Omelette, ein Anfängeromelette, es ist nämlich eher Rührei mit der Füllung unten drunter. Kommt mir gelegen, meine Omelettes zerfallen immer. Das muss ich noch üben!
Jedenfalls ist Pipérade ein wunderbar einfaches Mittag- oder Abendessen, es ist zwar etwas aufwändiger als einfaches Rührei, aber dafür auch sehr lecker.
Dazu gab’s bei uns noch Maultaschen, aber auch nur, weil ich es natürlich verpennt hatte, noch Baguette zu besorgen. Will man Kohlenhydrate vermeiden, schmeckt es auch ohne sonstige Beilage wunderbar.

eine 1/2cm dicke Scheibe Kochschinken (ich nahm Beinschinken vom Metzger), in Streifen geschnitten

1/2 Zwiebel, in feine Halbringe geschnitten
eine rote Paprika, in feine Streifen geschnitten
1/4 Zehe Knoblauch, sehr fein gehackt
eine Tomate, entkernt und in Streifen geschnitten

4-6 Eier, mit 1/2 TL Salz und einer Prise Pfeffer leicht (!) verquirlt

Die Schinkenstreifen in einem TL Butter leicht anbraten. Herausnehmen und zur Seite stellen. In der gleichen Butter Zwiebeln und Paprika anschwitzen. Langsam schmoren bis die Paprika weich ist, keine Farbe nehmen lassen! Dann den Knoblauch dazu geben, eine Prise Chiliflocken oder Cayennepfeffer (wenn’s echt baskisch sein soll: Piment d’Espelette, das bekommt man hier leider fast nirgends) sowie Salz und Pfeffer hinzu geben. Gut umrühren, die Tomatenstreifen drauflegen, Deckel drauf. Einige Minuten stehen lassen, dann die Hitze hoch drehen und offen so lange schmoren bis die Flüssigkeit der Tomate fast vollständig weg ist. Zur Seite stellen.

Nun sind die Eier dran. Etwas Butter in einer Pfanne heiß werden lassen. Die leicht verquirlten Eier dazu geben und sofort mit einer Gabel flach und schnell über den Pfannenboden rühren. Man rührt die Eier so lange bis sie grade eben eine cremige Masse formen. Nicht anbraten! Sobald sich das Eiweiß gesetzt hat, einen kleinen Schluck Sahne dazu geben und die Pfanne von der Hitze nehmen, damit der Garprozess gestoppt wird. Früher habe ich Rührei immer so lange gebraten bis es schon komplett durch und unten teilweise angebräunt war.. Keine Ahnung warum, cremig schmeckt’s so viel besser!

Die Eier gibt man nun über das warme Gemüse und zieht sie mit einer Gabel etwas unter. Darauf legt man dann die Schinkenstreifen und streut noch ein wenig gehackte Kräuter (Basilikum passt sehr gut) darüber. Fertig!
Die Kombination des Gemüses mit der leichten Knoblauchnote und dem Hauch von Schärfe und den cremigen Eiern ist echt super.

Schweinefilet, asiatisch.

Heute gab’s mal ein Rezept der Marke Eigenbau. Als ich Samstag durch den Supermarkt ging und langsam realisierte, das man in Wien auch für den Sonntag einkaufen muss, weil da keine Geschäfte auf haben (ja, ja, ich bin schon total amerikanisiert.. man gewöhnt sich halt dran.), habe ich einfach irgendwas geschnappt was so aussah, als könnte ich daraus was Leckeres zaubern. Also landete eine Schweinelende im Korb.
Ich halte ja nichts davon, Schweinefleisch tot zu braten, und habe viele grausliche Erinnerungen an trockenes Schwein mit Sauce, um das Ganze wieder essbar zu machen. Schweinefleisch ist (heutzutage) nicht gefährlich – ob als Mett, rosa gebratenes Filet oder durchgebratenes Kotelett. Ist halt Geschmacksache – aber so ein saftiges, rosanes Filet lasse ich mir lieber gefallen als ein trockenes Kotelett.
Die restlichen Zutaten waren noch da, das Rezept nutzt Reserven anstatt von neuen Produkten. Perfekt also für einen Sonntag, wenn man zwar noch Fleisch da hat, aber ansonsten nicht mehr viel Frisches.

400g Schweinelende, geputzt (Sehnen und Fett entfernt)
für die Marinade:
1EL Currypulver (ich nahm „Farben von Jaipur“ von Herbaria), 1TL Cinq Parfums, einen guten Schuss Reisessig, einige EL Sojasauce, einen guten Schuss Sesamöl, ein 1cm-Stück Ingwer in feine Scheiben geschnitten, eine Knoblauchzehe, gehackt
eine große Zwiebel, in Halbringe oder dünne Spalten geschnitten
Reis
TK-Erbsen

Die Marinade zusammenrühren und dabei mit den Flüssigkeiten etwas nach Gefühl vorgehen – ich habe Öl, Essig und Sojasauce nicht abgemessen. Das Filet putzen, halbieren, abwaschen und trocknen. In einen Ziplocbeutel die Marinade und das Filet geben. Da ich nur kleine Beutel hatte, habe ich zwei verwendet. Nun die Luft aus dem Beutel heraus drücken und die Marinade schön einmassieren. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank marinieren lassen.

Wenn das Fleisch durchgezogen ist, den Ofen auf 150 Grad Umluft vorheizen. Eine große Zwiebel in Spalten oder Halbringe schneiden, mit etwas gehacktem Ingwer, Sojasauce und Olivenöl gut vermischen und in eine kleine Auflaufform geben. Die Zwiebeln kommen direkt in den Ofen, um schonmal eine Runde zu schmoren. Ab und zu mal reingucken und wenden. Nach Bedarf mehr Sojasauce hinzugeben.
Das Schweinefilet aus der Marinade nehmen und in einer Pfanne in Öl rundherum scharf anbraten. Danach sofort in die Auflaufform auf die Zwiebeln legen und in den Ofen schieben.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um an den Reis zu denken. Das Filet braucht nun etwa 20 Minuten im Ofen. Nach 15 Minuten habe ich die Temperatur auf 200 Grad hochgedreht und das Fleisch mit Zwiebeln bedeckt. Je nach Dicke des Filets kann es etwas länger brauchen oder auch schneller fertig sein.
Als Test kann man einfach an einem Ende eine Scheibe abschneiden und prüfen, ob es noch zu rosa ist – oder grade richtig.

Den Reis nach präferierter Methode kochen, ich habe die Wasser-Reis-Methode genommen und für 5 Minuten noch eine halbierte Zitrone mit reingeschmissen, das sorgt für einen frischeren Geschmack. Wenn der Reis quasi gar ist noch die gefrorenen Erbsen dazu geben, die garen in Rekordzeit fertig. Abgießen, etwas Butter oder Olivenöl darunter rühren, fertig.

Den Erbsenreis mit dem aufgeschnittenen Filet und den Schmorzwiebeln anrichten.