Roastbeef und Bohnen

Roastbeef-Sandwiches und Bohnensalat mit Vinaigrette


Zum Abendessen gibt es heute leckere Sandwiches. Wie ich grade auf die Kombination komme, die ich heute mache, ist schnell erzählt: im Januar war ich auf meinem Cross-USA-Trip in Charleston, South Carolina. Dort fand ich nach einem Tag ein Café, in dem ich dann die folgenden 5 Tage ungelogen täglich gegessen habe – das five loaves café .. da bekommt man für unter $10 wahnsinnig leckere Sandwichs, Suppen und Salate, man kann sich jeweils zwei Sachen aussuchen. Also zum Beispiel ein halbes Peppercorn and Coriander Roastbeef Sandwich und dazu eine Tomaten-Estragon-Suppe mit Krabbenfleisch. Oder ein halbes „Parker“ Sandwich mit gegrilltem Schweinefilet, Gorgonzola, karamellisierten Zwiebeln, Babyspinat und Tomate und dazu ein halber Cobb Salat.. (mit der Kombi habe ich die 18h-Busfahrt Charleston-NYC überlebt!)

Die Sandwiches wollte ich schon immer mal versuchen zu imitieren, teilweise mit einigen Anpassungen. Von nun an gibt es also jede Woche ein solches köstliches Sandwich!
Und weil das als Abendessen ein bisschen wenig ist, gibts noch einen schnellen Bohnensalat dazu.

1 Mini-Ciabatta (oder ein großes Baguettebrötchen)

Einen großen TL groben Senf (Dijon à l’ancienne) mit 1/2 TL Honig verrühren. Eine Ciabatta-Hälfte damit bestreichen. Die andere Hälfte mit Mayo bestreichen [eigentlich wollte ich Estragonmayo machen, aber prompt gibt es heute keinen frischen Estragon zu kaufen] und mit frischer Kresse bestreuen. Einige Scheiben sehr dünn geschnittenes Roastbeef darauf legen. Darauf dann in Streifen geschnittenen Salat, Tomate und Käse (Provolone, Gouda,…). Einige Kapern fein hacken, drauf damit und mit der anderen Hälfte abdecken. Fertig.

Für den Bohnensalat zunächst eine halbe Zwiebel sehr fein hacken und die Zwiebelwürfel in einer Schüssel mit einem guten Spritzer Zitronensaft ziehen lassen. Das nimmt der Zwiebel die Schärfe. Währenddessen eine große Dose weiße Bohnen abtropfen lassen, die Bohnen aber nicht abwaschen.
Für die Vinaigrette 2TL Weinessig (weiß oder rot, das ist egal) mit 1TL Olivenöl und 1/2 TL Kräuter der Provence verquirlen. Über die Bohnen geben, die Zwiebeln aus dem Zitronensaft heben und leicht auspressen, zu den Bohnen geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Bohnensalat kann man gut vorbereiten, der zieht dann schön durch und ist noch leckerer.
Fotos gibt es später!

Außerdem stehen diese Woche auf dem Plan: Thunfischpasta mit Weißwein und Kapern (morgen), herzhafte Muffins, Roti aus Trinidad (das tolle Kochbuch, das wir aus Trinidad mitgebracht haben, muss endlich mal verwendet werden!) und Hühnerbrustfilets mit Cassis-Sauce…

Warteschleife

Liebe Leser, heute haben wir die erste Wiederholung eines Abendessens seit dem 1. Dezember. Da haben wir uns ja wirklich mächtig Mühe gegeben, neue Rezepte auszuprobieren! Heute gibt es zum wiederholten Male Chipotle Meatballs. Erstens sind die köstlich und zweitens sind immernoch Chipotle Chilies in Adobo da. Dazu gibt es diesesmal Reis und Sauerrahm, außerdem habe ich mehr Minze in die Hackmasse gepackt – das war eine gute Idee!

Morgen gibt es dann Roastbeef-Sandwiches mit Estragon-Mayonnaise, grobem Weißweinsenf und Käse, dazu ein einfacher Bohnensalat mit weißen Bohnen, Zwiebeln, Kräutern und einer Vinaigrette.

Spaghetti mit Kartoffeln, Zwiebeln und Thunfisch

Spaghetti mit Kartoffeln, Zwiebeln und Thunfisch

Spaghetti mit Kartoffelsauce?! Ungefähr das dachte ich mir, als ich davon das erste Mal gelesen habe, nämlich in einem Tim Mälzer Kochbuch. Ausprobiert habe ich das Rezept nie. Aber irgendwann habe ich dann trotzdem mal Kartoffeln zu Spaghetti gemacht. Heute habe ich eine neue Idee ausprobiert, die ziemlich lecker geworden ist – ein gelungenes Experiment. Geboren ist die Idee auch ein bisschen aus der Not: wir waren ja die letzten drei Wochen nicht zu Hause und hatten dementsprechend nichts mehr da. Aber Nudeln sind immer da, Zwiebeln und Kartoffeln auch und zu guter Letzt habe ich in Deutschland noch 8 Dosen meiner Lieblings-Thunfischmarke gekauft.

250g Kartoffeln in kleine Würfel schneiden
2 Zwiebeln in Würfel schneiden
1 Knoblauchzehe hacken

Die Kartoffelwürfel in reichlich Salzwasser einige Minuten kochen. Mit einer Schaumkelle rausheben und auf Küchenpapier ausbreiten, damit sie ausdampfen können. Schonmal Spaghettiwasser aufsetzen und in einer Pfanne etwas Olivenöl heiß werden lassen.
Die etwas abgekühlten Kartoffelwürfel in die Pfanne geben und rundherum anbraten. Die Zwiebeln dazu geben. Einige Minuten dünsten bis die Zwiebeln glasig werden, dann den Knoblauch dazu. Kräftig mit Kräuter der Provence (1-2 TL), Pfeffer, etwas Paprika und Salz würzen, ein kleines Glas Brühe in die Pfanne geben (die Mischung soll nicht schwimmen!) und aufkochen. Eine Dose Thunfisch in Lake zerbröseln und den Fisch mitsamt der Lake in die Pfanne geben. Ich esse am allerliebsten Filets in Wasser von der Firma Geisha, das sind so blaue Dosen, die sind einfach grandios. Ich habe sie aber bisher nur im Kaufland in Friedrichshafen gefunden… hier in Wien zumindest nicht, leider.
Die Sauce köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast weg ist. Abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen. Ich habe noch ein paar Spritzer Maggi dran gemacht, weil ich das Zeug liebe und es passt gut dazu. Etwas Sojasauce oder Worcestersauce wäre aber auch gut.

Die Spaghetti mit reichlich Kartoffel-Zwiebel-Thunfisch Sauce servieren. Lecker!

Süßkartoffelcurry

Süßkartoffelcurry mit Brokkoli und Huhn

An unserem letzten Tag im Schwarzwald gab es nochmal etwas Leckeres. Ich hatte mir etwas überlegt, was man gut vorbereiten kann, da wir den Nachmittag und Abend in der großartigen neuen Therme in Titisee verbracht haben – das Badeparadies! Wirklich großartig, besonders weil in der Palmenoase und im Wellnessbereich der Zugang erst ab 16 ist. Das liegt wohl vor Allem daran, dass es dort Poolbars gibt. Eine fantastische Idee übrigens. Das folgende Rezept habe ich also schon am Tag davor vorbereitet.

500g Süßkartoffeln, geschält und in mittelgroße Würfel geschnitten
500g Brokkoli, die Röschen abgeschnitten und geteilt
200g Hühnerbrust
1 große Zwiebel, in Spalten geschnitten
1 2cm-Stück frischer Ingwer

Zunächst einen Topf mit Gemüsebrühe aufsetzen. Wenn die Brühe kocht, die Süßkartoffeln hineingeben und ungefähr 8-10min kochen, bis sie fast gar sind. Mit der Schaumkelle rausgeben, in eiskaltes Wasser tunken (so wird der Garprozess gestoppt) und abtropfen lassen. Nun einen guten Schuss Sojasauce und die Hälfte des Ingwers fein gehackt zu der Brühe geben und den Brokkoli blanchieren. Der braucht nur wenige Minuten, danach ebenfalls mit der Schaumkelle ins Eiswasser und zu den Süßkartoffeln geben. Zum Schluss die Hähnchenbrust in Würfel schneiden und gut 10min in der Brühe pochieren.
Bis hierhin kann man das Rezept problemlos am Vortag vorbereiten. Alle abgekühlten Bestandteile in eine Plastikschüssel geben und ab damit in den Kühlschrank. Der Vorteil ist auch, dass man später für das Curry sehr wenig Fett braucht, da das Huhn schon gegart ist. Keine schlechte Idee also, wenn man sich fettarm ernähren möchte.

Um das Curry fertigzustellen, eine große Zwiebel in Spalten schneiden und in etwas Öl bei mittlerer Hitze anschwitzen. Dann ca. 1EL Ketjap manis (alternativ 1EL Sojasauce und 1/2 TL braunen Zucker) und den restlichen gehackten Ingwer dazu geben. Hochkochen, das Gemüse und Huhn dazu geben. Die Hitze hochdrehen und mit ordentlich Currypulver bestäuben (ich hatte leider nur simples Curry zur Verfügung, gut wurde sich hier eine englische, mittelscharfe Mischung machen, oder auch marrokanisches Ras el hanout). Häufig wenden, damit alle Seiten mit der Sauce und dem Curry benetzt werden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Sauce mit etwas Wasser oder Brühe angießen, noch einen Schuss Sojasauce dazu. Ich habe anschließend das Gemüse und Fleisch mit der Schaumkelle herausgehoben und die Sauce mit 1TL Stärke (gemischt mit 2TL Wasser) abgebunden.

Dazu passt griechischer Joghurt sehr gut, der harmoniert prima mit der Süße der Sauce.

Heute abend gibt es Nudeln mit einer Kartoffel-Zwiebel-Thunfisch Sauce. Klingt komisch? Schmeckt aber lecker.

Southern Red Beans and Pork

Southern Red Beans and Pork


Wir sind im Schwarzwald und hatten die letzten Tage Besuch. Da bietet es sich doch an, etwas zu machen, was man für zwei Personen nicht so gut kochen kann weil dann einfach zu viel übrig bleibt. Bohnen sind toll, Schinken auch, also haben wir das lang ersehnte Rezept aus Jamie’s America (Seite 80) gemacht: Southern Red Beans and Pork.
Im Rezept steht „1 smoked ham hock“ – also eine geräucherte Haxe, aber eben nicht gepökelt. Gar nicht so einfach, in den meisten Supermärkten bekommt man sowas nicht, also entweder ab zum Metzger oder Glück haben: hier im kleinen Edeka an der Ecke gab es grade Rollschinken für verhältnismäßig faire Preise. Geräuchert, nicht gepökelt und perfekt für dieses Rezept.

Man braucht für meine Version des Rezeptes:

eine 800g-Dose rote Kidneybohnen
einen 1kg-Schinken oder eine 1,2kg Haxe vom Schwein
eine Knolle Knoblauch
4 Stangen Sellerie, gehackt
2 große Zwiebeln, gehackt
4 Lorbeerblätter
3-4 TL Thymian
1 TL Oregano
1 TL Paprika
1/2 TL Cayenne
1 TL schwarzer Pfeffer (gemahlen)
800g Dosentomaten

Die Knoblauchknolle in der Mitte durchschneiden. Alles außer dem Schinken und den Bohnen in einen sehr großen Topf geben und aufkochen. 5 Minuten stark kochen lassen, dann eine halbe Stunde bei niedriger Hitze mit Deckel kochen lassen. Den Schinken hinzugeben und nochmal ungefähr eine Stunde kochen, dabei immer mal wieder umrühren, großartig machen muss man aber nix. Die Bohnen sind ja schon gar und kommen daher erst für die letzte halbe Stunde mit rein, damit sie nicht zu matschig werden.
Ein bisschen wird aber am Schluss gematscht: wenn man vom Schinken leicht Stücke abziehen kann und die Sauce etwas eingekocht hat und das Gemüse weich ist, nimmt man die Knoblauchknolle heraus und drückt die jetzt butterweichen Knoblauchzehen heraus in eine kleine Schüssel. Ungefähr ein Vierter von den Bohnen und dem Gemüse dazugeben und zusammen zu einem Mus matschen. Zurück in die Sauce geben. Den Schinken in mundgerechte Stücke zerteilen und auch zurück geben. Zusammen nochmal aufkochen, abschmecken, etwas Apfelessig dazu geben.

Dazu schmeckt Reis. Keine Angst vor der ganzen Knolle Knoblauch, es schmeckt wirklich fantastisch. Eher ein „Sonntagsbraten“, da es doch recht lange kochen muss und der Schinken nicht so billig ist – aber es lohnt sich. Da beneidet man doch glatt die Südstaatler, die sowas an jeder Ecke bekommen…

Chicken Enchiladas

Chicken Enchiladas


Hiermit beende ich offiziell die Winterpause! Es wird wieder gebloggt, und erstmal muss ich die ganzen leckeren Dinge nachholen, die wir in den letzten Wochen so fabriziert haben. Es geht los mit einem Gericht, mit dem man Tobi schnell aus der Reserve lockt: Chicken Enchiladas. Im Prinzip nichts Anderes als gefüllte, überbackene Tortillas zu denen man Guacamole und Creme fraiche reicht. In der Praxis unheimlich lecker.

Wir machen immer gleich eine Menge davon, ich nehme für 8 Tortillas entweder 3-4 Hühnerbeine oder, wer dem dunklen Fleisch abgeneigt ist, 500g Hühnerbrust. Mit Beinen schmeckt’s aber besser und günstiger sind die normalerweise auch. Ich heize den Ofen auf 180 Grad vor und brate die Hühnerbeine nach vorheriger Würzung mit Pfeffer, Paprika, Cumin und Salz scharf an, danach dürfen sie eine gute halbe Stunde im Ofen backen, bis sich das Fleisch leicht von den Knochen löst.

In der Zwischenzeit kann man schon mal die Tomaten-Chili-Sauce machen: eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein hacken, mit reichlich Öl andünsten. 500g Tomatenpüree (oder gehackte Tomaten) dazugeben, zum Kochen bringen. Mit Cayenne, Pfeffer, Salz und reichlich Cumin würzen, eventuell noch etwas Wasser hinzugeben. Eine gute halbe Stunde vor sich hin köcheln lassen. Wer hat, kann einige Teelöffel Adobo Sauce von Chipotle Chilies in Adobo hinzugeben, das macht die Sauce ganz wunderbar rauchig-scharf. Den Rest kann man ja dann für die Chipotle Meatballs verwenden 🙂

Das Hähnchenfleisch zerrupfe ich dann grob und mische es mit einigen Esslöffeln Tomaten-Chili-Sauce, so dass es mit Sauce benetzt ist, aber nicht darin schwimmt. Jetzt werden damit die Weizentortillas gefüllt. Manchmal mache ich noch eine frische Salsa aus frischen Tomaten (entkernt), Frühlingszwiebeln, Koriander, Cumin und etwas Olivenöl und packe die mit in die Tortillas. Schwarze Bohnen, Mais und ähnliches Gemüse macht sich auch gut – aber dann könnte man ja eigentlich auch gleich Gemüse-Enchiladas machen.
Die Tortillas ordentlich rollen und dicht nebeneinander in die Ofenform legen. Die restliche Tomatensauce darüber geben – die Enchiladas sollten nicht bis oben hin schwimmen, im Zweifelsfall einfach etwas von der Sauce übrig lassen und andersweitig verwenden, zum Beispiel für eine Arrabiata – dann mit einigen Esslöffeln Creme fraiche beträufeln, Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten) drüberstreuen und eine ordentliche Schicht geriebenen Käse. Ab in den Ofen bis der Käse schön gebräunt ist.

Dazu passt eine frische Guacamole besonders gut. Einfach das reife, weiche Fleisch von zwei Avocados mit grobem schwarzen Pfeffer, einer Prise Salz, sehr fein gehackten Frühlingszwiebeln und einem guten Spritzer Limettensaft sowie reichlich frischem, gehackten Koriander mit einer Gabel zerquetschen. Abschmecken, fertig.

Als Nächstes kommt ein Rezept aus Jamie’s America dran, auf das wir schon lange geschielt haben: Southern Ham and Beans. Sehr köstlich – seid gespannt! Außerdem gab es noch Spaghetti Meatballs, ein Wintertiramisu mit Lebkuchen und Kirschen und heute macht Tobi Königsberger Klopse (die darf er euch dann aber selber beschreiben). Ein paar Weihnachtsleckereien gebe ich auch noch zum Besten: Saté-Spieße, Eierlikör-Schoko-Muffins, Filo-Teigtaschen mit Schafskäse,…

Weihnachtsbäckerei

Haselnusskekse mit Himbeerfüllung


Nun sind wir also in Deutschland unterwegs und stehen momentan nicht in der gleichen Küche – aber leckere Sachen gibt es bei mir trotzdem! Von dem Ingwer-Zitronen-Dressing für Pasta konnte ich meine Familie schon überzeugen, und die Plätzchen kamen auch gut an – anstatt tonnenweise Kekse vorzufinden, bin ich dieses Jahr nämlich allein verantwortlich für die Plätzchenproduktion. Also ran an den Knethaken!

Das folgende Rezept stammt von Tobi’s Kumpel Jojo, an dieser Stelle also vielen Dank dafür! Ich habe es ein bisschen modifiziert, aber abgesehen davon schmecken die Plätzchen genauso wie seine.

300g kalte Butter
300g gemahlene Haselnüsse
300g Mehl
225g Zucker
1TL Backpulver
1TL Vanillezucker

Alles schrittweise mit dem Knethaken zu einer gut durchgebröselten Masse verarbeiten. Dann mit sauberen Händen ordentlich durchkneten. So ein Mürbeteig fällt tendentiell relativ leicht auseinander, je wärmer die Butter wird, desto mehr hält der Teig (dann wird er aber auch klebrig).  Auf der Arbeitsplatte immer nur ein Stück vom Zeig ausrollen, mit wenig Druck arbeiten und den Teig immer gut einmehlen.
Bei Mürbeteigplätzchen verzichte ich auf hübsche Ausstechformen, das gibt sonst nur Frust.
Die Plätzchen mit etwas Abstand auf ein Blech setzen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze genau 11min backen. Nach 10min schauen ob sie schon sehr (!) leicht gebräunt sind. Die Kekse dürfen nicht zu dunkel werden, sonst schmecken sie bitter und sind zu knusprig. Sie dürfen ruhig noch zu weich sein beim Rausholen, nach ein paar Minuten Abkühlen sind sie fest genug. Also auf einem Gitter kurz abkühlen lassen und dann entweder in Blechdosen aufbewahren oder mit Himbeermarmelade füllen – ich nehme dazu die kernlose, aber man kann jede Art von leckerer Marmelade nehmen! Einfach mit einem Pinsel etwas Marmelade auf einen Keks streichen und einen zweiten daraufsetzen. Leicht zusammendrücken und fertig abkühlen lassen.

Außer den Haselnusskeksen habe ich auch Orangensterne gemacht, das Rezept dafür gibt es später. Die sind sehr lecker, da sie nicht so süß sind.
Heute werde ich noch Eierlikörmuffins und Rumkugeln nach Oma’s Rezept machen – außerdem gibt es Enchiladas! Leider ohne Tobi, aber dem mache ich nächstes Jahr wieder welche 🙂

Küchenpause

Anstatt die Küche wieder zu verwüsten, erkunden wir heute die Wiener Restaurantszene. Mein Vater ist zufällig grade in der Stadt und führt uns aus – wir wissen nur noch nicht, wohin. Japanisch? Österreichisch? Italienisch-kontemporär? Tja. Wenn man in einem kleinen Ort wohnt in dem es de fakto zwei bis drei gute Restaurants gibt, fällt die Wahl nicht schwer. Hier schon! Aber am Ende werden wir sicherlich satt und zufrieden in die warme Wohnung zurückkehren. Wien hat heute nämlich beschlossen, dass Schnee cool ist und Schnee in Verbindung mit Wind noch cooler. Man kann nur in eine Richtung laufen, wenn man umdreht, sieht man nix.

Diese Woche sind wir allgemein ein bisschen langweilig. Da wir am Wochenende für gute drei Wochen Wien den Rücken kehren, müssen alle Reste weg. Im Froster ist noch Kürbissuppe, die ist morgen dran, da nur Suppe unseren moppeligen Bäuchen aber nicht reicht, muss ich mir noch etwas dazu überlegen.

Jetzt erstmal einen Apéritif! Prost!

Fazit: Am Ende landeten wir im Glacis Beisl und auf meinem Teller Waldviertler Ente. Sehr köstlich! Ein schönes Restaurant mit einer kleinen aber feinen Speisekarte.

Carbonnades à la flamande

Carbonnades à la flamande


Carbonnade, ein belgischer Rindfleischtopf mit Bier, ist perfekt für die kalte Jahreszeit. Erstens ist er einfach zu machen und gut vorzubereiten, zweitens riecht die ganze Wohnung wunderbar und drittens schmeckt er fantastisch. Wir kochen heute für drei hungrige Menschen. Am Besten macht man es natürlich im Ofen da dort die Hitze gleichmäßiger ist, da aber unsere tolle Kasserole aus Gusseisen noch in Deutschland weilt, mache ich es auf dem Herd – klappt auch wunderbar.

1kg Rindsgulasch, in mittelgroße Stücke geschnitten und sehr gut getrocknet
600g Zwiebeln, in Halbringe geschnitten
3 Knoblauchzehen, durchgepresst oder kleingemanscht

Das Gulasch in reichlich Öl portionsweise auf beiden Seiten gut bräunen, herausnehmen und zur Seite stellen. Die Zwiebeln in dem Bratfett bei mittlerer Hitze anbraten bis sie glasig werden, etwa 10 Minuten. Den Knoblauch dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen. In einem Topf erst die Hälfte des Gulaschs verteilen, darauf dann die Hälfte der Zwiebeln. Salzen und Pfeffern. Den Rest Fleisch und dann den Rest Zwiebeln schichten, wieder Salzen und Pfeffern. Nun in eine Teefilter 2 Lorbeerblätter, 1TL frischen Thymian und 3-4 Stängel Petersilie füllen, oben zubinden und zwischen die Fleischstücke schieben.
250ml starke Rinderbrühe oder -fond in der Bratpfanne aufkochen und eventuelle Bratrückstände abkratzen, 2 TL braunen Zucker reinrühren. In den Topf füllen. Dann ca. 500ml Bier (hell) reingießen, zum Kochen bringen, und dann bei mittlerer Hitze – so dass es grade köchelt – und gut zwei Stunden vor sich hin schmoren lassen. Schauen, ob das Fleisch schon richtig schön zart ist – ansonsten einfach weiter schmoren.

Wenn das Fleisch schön zart ist, die Sauce in einen kleinen Topf abgießen. 1,5 TL Stärke mit 2 TL Apfelessig (oder Weißweinessig) mischen und reinschlagen, aufkochen und 3-4 min köcheln bis die Sauce leicht abgebunden ist. Der Essig gibt der Sauce eine besondere Note.  Die fertige Sauce wieder über Fleisch und Zwiebeln gießen und nochmal heiß werden lassen.

Dazu passen besonders gut gebutterte Bandnudeln und ein großes Glas kaltes Bier. Guten Appetit!

Das Original-Rezept stammt aus „Mastering the Art of French Cooking“ von Julia Child, Louisette Bertholle und Simone Beck.

Köttbullar med potatismus

Köttbullar mit Kartoffel-Sellerie-Püree, Rahmsauce und Preiselbeeren


Köttbullar! Yippieh! Tobi bekommt glänzende Augen, wenn ich sage, dass es diese Woche Köttbullar gibt.
Auch meine erste bewusste Erfahrung mit Köttbullar hat bei IKEA angefangen. Vielleicht habe ich als Kind schonmal welche in Schweden bekommen, das ist sehr gut möglich – leider erinnere ich mich nicht mehr daran.
Wir lieben Hackbällchen in allen Variationen, und die schwedische ganz besonders.

500g gemischtes Hackfleisch
1 TL frisch gemahlener Piment
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
eine große Hand voll frisch gehackter Dill
2-3 EL 8-Kräuter-Mischung
je eine Prise Cumin und gemahlender Koriander
1 TL Senf
ein Ei
3 EL Semmelbrösel

Alles gut zusammen mischen und abschmecken. Die Masse sollte ein bisschen salziger sein als normal, und an den Kräutern sollte man auf keinen Fall sparen. Der frische Dill und der Piment machen dieses Rezept aus.
In kleine Bällchen rollen und 2-3 Stunden kalt stellen, damit das Fleisch durchziehen kann und fester wird.
Während die Bällchen ziehen, schonmal das Kartoffel-Sellerie-Püree vorbereiten.

500g Kartoffeln schälen und in mittlere Stücke schneiden
1/2 Sellerie schälen und in kleine Stücke schneiden

Beides in reichlich Salzwasser kochen bis sowohl Sellerie als auch Kartoffel weich ist. Abgießen, und wie normales Kartoffelpüree mit Butter, Milch, Salz und Muskat würzen, grob stampfen. Bloß nicht mit dem Stabmixer pürieren!
Die Köttbullar in reichlich Rapsöl rundum braten bis sie schön braun und durchgegart sind. Rausnehmen, zur Seite stellen und das überschüssige Öl aus der Pfanne abgießen, aber nicht auswischen. Jetzt kommt die Rahmsauce dran. 100ml kräftige Rinderbrühe oder -fond in die Pfanne geben, aufköcheln, und etwas einreduzieren. Ein paar Spritzer Zitronensaft dazu geben, schließlich 200ml Sahne zugießen. Aufkochen, mit Salz und Pfeffer würzen. Zur Bindung einen TL Stärke mit 2 TL Wasser vermischen und unter kräftigem Rühren eingießen. Bei mir geht das jedes zweite Mal schief, aber selbst wenn es Klümpchen geben sollte, dann nicht verzweifeln – einfach durch ein Sieb gießen und nächstes Mal Mondamin fix Soßenbinder nehmen. (oder Beurre manié, wer keine Angst vor Fett hat). Wenn die Sauce gebunden ist, abschmecken und eventuell nachwürzen. Einen EL Preiselbeeren unterrühren und die Köttbullar zurück in die Pfanne geben. Mit der Sauce gleichmäßig bedecken und heiß werden lassen.

Auf dem Teller eine gute Portion Kartoffel-Sellerie-Püree anrichten, einige Köttbullar darauf legen, mit Rahmsauce übergießen und etwas Preiselbeeren drauf setzen. Wenn noch Dill übrig ist, etwas davon drüber streuen. Fertig!

Fazit: um die Rahmsauce noch etwas leckerer zu machen, habe ich diesesmal 200ml Rinderfond mit einem guten Schuss Rotwein auf die Hälfte reduziert und das dann als Basis für die Sauce genommen. Prima! Die Stärkebindung habe ich vereinfacht indem ich in die Stärke-Wasser-Mischung einige TL der Rahmsauce gegeben haben, damit die Stärke schonmal auf die richtige Temperatur kommt.