Linseneintopf mit Würstchen

Linseneintopf mit Maultaschen und Würstchen


Gestern gab es einfache Hausmannskost. Bei uns gab es früher immer nur Linseneintopf aus der Dose, der hat auch gar nicht so grauslich geschmeckt. Aber frisch gekochte Linsensuppe ist doch leckerer. Ich nehme allerdings gegarte Linsen aus der Dose, da ich nicht die Geduld habe, getrocknete Linsen einzuweichen und zu kochen.
In Schwaben serviert man Linseneintopf über Spätzle, mit Saitenwürstle und einem Schuss Essig. Gestern habe ich den schwäbischen Touch mit Maultaschen ersetzt, dazu gabs Frankfurter (so heißen Wiener Würstchen in Wien) und etwas Feigenessig. Das Rezept ist wirklich sehr simpel und ideal für mehrere Leute.

1 Karotte, 1 Stück Petersilienwurzel, 1 Zwiebel, eine Hand voll Kartoffeln und 100g mageren Speck fein würfeln

In etwas Olivenöl anschwitzen, keine Farbe nehmen lassen. Mit 1,25l Brühe aufgießen, zwei Lorbeerblätter, einige Petersilienstängel und 1/2 TL Kräuter der Provence dazu geben. Leise köcheln lassen bis das Gemüse gar ist. Eine große Dose Linsen (500g Abtropfgewicht) dazu geben, Maultaschen dazu geben und wieder aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Hitze runterschalten und die Würstchen (pro Person 2 Stück) reingeben, heiß werden lassen.
Auf dem Teller anrichten und mit einigen Tropfen Essig (Weißweinessig, Balsamico, Apfelessig, Feigenessig,… was man mag und da hat) verfeinern. Maggi muss bei immer auch immer rein 🙂

Spaghetti Meatballs

Spaghetti Meatballs

Die Uni nimmt uns momentan etwas in Beschlag – es ist am Ende des Semesters ja dann doch immer noch so Einiges zu tun.

Kein Grund, nicht gut zu kochen! Allerdings ein Grund, warum mit etwas Verzögerung gebloggt wird. Da ich mich aber grade vor einer Aufgabe drücken will, steuere ich heute gleich zwei Rezepte bei. Als Erstes eins meiner absoluten Lieblingsgerichte, eine italo-amerikanische Schöpfung die eigentlich total simpel ist, aber mit einigen kleinen Tricks total lecker wird.
Ich habe diesmal für drei gekocht, Dennis kam nämlich auch in den Genuss des Abendessens. Den fehlenden Resten nach zu urteilen hat es Allen gut geschmeckt!

500g Rinderhackfleisch
ca. 100g geriebener Parmesan
eine kleine Hand voll Semmelbrösel
ein Ei
ein halber Strauß Petersilie, fein gehackt
2-3 EL gehackter Basilikum
Salz und Pfeffer

Alles gut miteinander verkneten und kleine, kompakte Bällchen daraus formen. Bei 200 Grad etwa 15min im Ofen backen bis sie grade so gar sind. Zur Seite stellen.

Einen Bund Suppengemüse (Sellerie, Petersilienwurzel, eine Karotte)
eine Zwiebel
eine Knoblauchzehe

Alles sehr fein hacken. Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und erst die Zwiebel anschwitzen, dann den Knoblauch dazugeben und schließlich das Suppengemüse sowie einige gehackte Blätter Basilikum und Petersilie rein in den Topf. Alles zusammen anschwitzen, keine Farbe nehmen lassen! Nach einigen Minuten einen guten Esslöffel Tomatenmark mit reingeben und anschwitzen. Dadurch karamellisiert das Tomatenmarkt etwas und anstatt bitter zu werden wie das bei Tomatenmark manchmal passiert, wird es süß und tomatig. Wenn es langsam anbrät, alles gut durchmischen und mit einem Schluck Rotwein ablöschen. Falls Röststoffe am Boden kleben, jetzt abkratzen. Den Wein einkochen und dann nochmal einen guten Schluck hineingeben.
Nun kommen 800g passierte Tomaten und ungefähr 200ml Wasser hinein. Dazu ein Brühwürfel, 2-3 TL Oregano, ein TL Salz und etwas Pfeffer.
Ab jetzt braucht man hauptsächlich Geduld: die Sauce muss eine Weile leise vor sich hin köcheln. Also auf kleiner Hitze abgedeckt köcheln lassen, erstmal eine gute Stunde. Ab und zu umrühren, falls sie zu dick wird, einfach etwas Wasser rein.
Nach einer Stunde dann die gebackenen Hackbällchen und noch einen Schuss Rotwein hineingeben und mitköcheln.

Ich hab‘ der Sauce diesesmal fast 4 Stunden Zeit gegeben, danach war sie auch wirklich sehr, sehr lecker. Aber man muss sie nicht so ewig kochen, 1,5h reichen auch. Nur sehr viel kürzer sollte es nicht sein. Man muss ja auch nicht immer danebensitzen sondern nur alle 15-20min rühren – gar nicht so arbeitsintensiv.
Dazu gibt’s natürlich Spaghetti, frisch geriebenen Parmesan und Petersilie und Basilikum zum drüber streuen. Buon appetito!

Im Schwarzwald habe ich neulich auch Spaghetti Meatballs gekocht, deswegen hier noch ein Foto davon:


Roastbeef und Bohnen

Roastbeef-Sandwiches und Bohnensalat mit Vinaigrette


Zum Abendessen gibt es heute leckere Sandwiches. Wie ich grade auf die Kombination komme, die ich heute mache, ist schnell erzählt: im Januar war ich auf meinem Cross-USA-Trip in Charleston, South Carolina. Dort fand ich nach einem Tag ein Café, in dem ich dann die folgenden 5 Tage ungelogen täglich gegessen habe – das five loaves café .. da bekommt man für unter $10 wahnsinnig leckere Sandwichs, Suppen und Salate, man kann sich jeweils zwei Sachen aussuchen. Also zum Beispiel ein halbes Peppercorn and Coriander Roastbeef Sandwich und dazu eine Tomaten-Estragon-Suppe mit Krabbenfleisch. Oder ein halbes „Parker“ Sandwich mit gegrilltem Schweinefilet, Gorgonzola, karamellisierten Zwiebeln, Babyspinat und Tomate und dazu ein halber Cobb Salat.. (mit der Kombi habe ich die 18h-Busfahrt Charleston-NYC überlebt!)

Die Sandwiches wollte ich schon immer mal versuchen zu imitieren, teilweise mit einigen Anpassungen. Von nun an gibt es also jede Woche ein solches köstliches Sandwich!
Und weil das als Abendessen ein bisschen wenig ist, gibts noch einen schnellen Bohnensalat dazu.

1 Mini-Ciabatta (oder ein großes Baguettebrötchen)

Einen großen TL groben Senf (Dijon à l’ancienne) mit 1/2 TL Honig verrühren. Eine Ciabatta-Hälfte damit bestreichen. Die andere Hälfte mit Mayo bestreichen [eigentlich wollte ich Estragonmayo machen, aber prompt gibt es heute keinen frischen Estragon zu kaufen] und mit frischer Kresse bestreuen. Einige Scheiben sehr dünn geschnittenes Roastbeef darauf legen. Darauf dann in Streifen geschnittenen Salat, Tomate und Käse (Provolone, Gouda,…). Einige Kapern fein hacken, drauf damit und mit der anderen Hälfte abdecken. Fertig.

Für den Bohnensalat zunächst eine halbe Zwiebel sehr fein hacken und die Zwiebelwürfel in einer Schüssel mit einem guten Spritzer Zitronensaft ziehen lassen. Das nimmt der Zwiebel die Schärfe. Währenddessen eine große Dose weiße Bohnen abtropfen lassen, die Bohnen aber nicht abwaschen.
Für die Vinaigrette 2TL Weinessig (weiß oder rot, das ist egal) mit 1TL Olivenöl und 1/2 TL Kräuter der Provence verquirlen. Über die Bohnen geben, die Zwiebeln aus dem Zitronensaft heben und leicht auspressen, zu den Bohnen geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Bohnensalat kann man gut vorbereiten, der zieht dann schön durch und ist noch leckerer.
Fotos gibt es später!

Außerdem stehen diese Woche auf dem Plan: Thunfischpasta mit Weißwein und Kapern (morgen), herzhafte Muffins, Roti aus Trinidad (das tolle Kochbuch, das wir aus Trinidad mitgebracht haben, muss endlich mal verwendet werden!) und Hühnerbrustfilets mit Cassis-Sauce…

Warteschleife

Liebe Leser, heute haben wir die erste Wiederholung eines Abendessens seit dem 1. Dezember. Da haben wir uns ja wirklich mächtig Mühe gegeben, neue Rezepte auszuprobieren! Heute gibt es zum wiederholten Male Chipotle Meatballs. Erstens sind die köstlich und zweitens sind immernoch Chipotle Chilies in Adobo da. Dazu gibt es diesesmal Reis und Sauerrahm, außerdem habe ich mehr Minze in die Hackmasse gepackt – das war eine gute Idee!

Morgen gibt es dann Roastbeef-Sandwiches mit Estragon-Mayonnaise, grobem Weißweinsenf und Käse, dazu ein einfacher Bohnensalat mit weißen Bohnen, Zwiebeln, Kräutern und einer Vinaigrette.

Spaghetti mit Kartoffeln, Zwiebeln und Thunfisch

Spaghetti mit Kartoffeln, Zwiebeln und Thunfisch

Spaghetti mit Kartoffelsauce?! Ungefähr das dachte ich mir, als ich davon das erste Mal gelesen habe, nämlich in einem Tim Mälzer Kochbuch. Ausprobiert habe ich das Rezept nie. Aber irgendwann habe ich dann trotzdem mal Kartoffeln zu Spaghetti gemacht. Heute habe ich eine neue Idee ausprobiert, die ziemlich lecker geworden ist – ein gelungenes Experiment. Geboren ist die Idee auch ein bisschen aus der Not: wir waren ja die letzten drei Wochen nicht zu Hause und hatten dementsprechend nichts mehr da. Aber Nudeln sind immer da, Zwiebeln und Kartoffeln auch und zu guter Letzt habe ich in Deutschland noch 8 Dosen meiner Lieblings-Thunfischmarke gekauft.

250g Kartoffeln in kleine Würfel schneiden
2 Zwiebeln in Würfel schneiden
1 Knoblauchzehe hacken

Die Kartoffelwürfel in reichlich Salzwasser einige Minuten kochen. Mit einer Schaumkelle rausheben und auf Küchenpapier ausbreiten, damit sie ausdampfen können. Schonmal Spaghettiwasser aufsetzen und in einer Pfanne etwas Olivenöl heiß werden lassen.
Die etwas abgekühlten Kartoffelwürfel in die Pfanne geben und rundherum anbraten. Die Zwiebeln dazu geben. Einige Minuten dünsten bis die Zwiebeln glasig werden, dann den Knoblauch dazu. Kräftig mit Kräuter der Provence (1-2 TL), Pfeffer, etwas Paprika und Salz würzen, ein kleines Glas Brühe in die Pfanne geben (die Mischung soll nicht schwimmen!) und aufkochen. Eine Dose Thunfisch in Lake zerbröseln und den Fisch mitsamt der Lake in die Pfanne geben. Ich esse am allerliebsten Filets in Wasser von der Firma Geisha, das sind so blaue Dosen, die sind einfach grandios. Ich habe sie aber bisher nur im Kaufland in Friedrichshafen gefunden… hier in Wien zumindest nicht, leider.
Die Sauce köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast weg ist. Abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen. Ich habe noch ein paar Spritzer Maggi dran gemacht, weil ich das Zeug liebe und es passt gut dazu. Etwas Sojasauce oder Worcestersauce wäre aber auch gut.

Die Spaghetti mit reichlich Kartoffel-Zwiebel-Thunfisch Sauce servieren. Lecker!

Süßkartoffelcurry

Süßkartoffelcurry mit Brokkoli und Huhn

An unserem letzten Tag im Schwarzwald gab es nochmal etwas Leckeres. Ich hatte mir etwas überlegt, was man gut vorbereiten kann, da wir den Nachmittag und Abend in der großartigen neuen Therme in Titisee verbracht haben – das Badeparadies! Wirklich großartig, besonders weil in der Palmenoase und im Wellnessbereich der Zugang erst ab 16 ist. Das liegt wohl vor Allem daran, dass es dort Poolbars gibt. Eine fantastische Idee übrigens. Das folgende Rezept habe ich also schon am Tag davor vorbereitet.

500g Süßkartoffeln, geschält und in mittelgroße Würfel geschnitten
500g Brokkoli, die Röschen abgeschnitten und geteilt
200g Hühnerbrust
1 große Zwiebel, in Spalten geschnitten
1 2cm-Stück frischer Ingwer

Zunächst einen Topf mit Gemüsebrühe aufsetzen. Wenn die Brühe kocht, die Süßkartoffeln hineingeben und ungefähr 8-10min kochen, bis sie fast gar sind. Mit der Schaumkelle rausgeben, in eiskaltes Wasser tunken (so wird der Garprozess gestoppt) und abtropfen lassen. Nun einen guten Schuss Sojasauce und die Hälfte des Ingwers fein gehackt zu der Brühe geben und den Brokkoli blanchieren. Der braucht nur wenige Minuten, danach ebenfalls mit der Schaumkelle ins Eiswasser und zu den Süßkartoffeln geben. Zum Schluss die Hähnchenbrust in Würfel schneiden und gut 10min in der Brühe pochieren.
Bis hierhin kann man das Rezept problemlos am Vortag vorbereiten. Alle abgekühlten Bestandteile in eine Plastikschüssel geben und ab damit in den Kühlschrank. Der Vorteil ist auch, dass man später für das Curry sehr wenig Fett braucht, da das Huhn schon gegart ist. Keine schlechte Idee also, wenn man sich fettarm ernähren möchte.

Um das Curry fertigzustellen, eine große Zwiebel in Spalten schneiden und in etwas Öl bei mittlerer Hitze anschwitzen. Dann ca. 1EL Ketjap manis (alternativ 1EL Sojasauce und 1/2 TL braunen Zucker) und den restlichen gehackten Ingwer dazu geben. Hochkochen, das Gemüse und Huhn dazu geben. Die Hitze hochdrehen und mit ordentlich Currypulver bestäuben (ich hatte leider nur simples Curry zur Verfügung, gut wurde sich hier eine englische, mittelscharfe Mischung machen, oder auch marrokanisches Ras el hanout). Häufig wenden, damit alle Seiten mit der Sauce und dem Curry benetzt werden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Sauce mit etwas Wasser oder Brühe angießen, noch einen Schuss Sojasauce dazu. Ich habe anschließend das Gemüse und Fleisch mit der Schaumkelle herausgehoben und die Sauce mit 1TL Stärke (gemischt mit 2TL Wasser) abgebunden.

Dazu passt griechischer Joghurt sehr gut, der harmoniert prima mit der Süße der Sauce.

Heute abend gibt es Nudeln mit einer Kartoffel-Zwiebel-Thunfisch Sauce. Klingt komisch? Schmeckt aber lecker.

Königsberger Klopse

Königsberger Klopse


Über Silvester waren wir im Schwarzwald in unserer Ferienwohnung. In Gedenken an unsere Sommerferien dort während der Schulzeit habe ich versucht, die Königsberger Klopse meiner Großmama (herzliche Grüße nach Bad Münster an dieser Stelle) nachzukochen.

Für 2 Personen habe ich dafür 500 g gemischtes Hack verwendet. Dieses habe ich mit Zwiebelwürfeln, Semmelwürfeln, etwas Milch, 1 1/2 Eiern (1 Eigelb, 2 Eiweiss, da ich das zweite Eigelb für die Soße brauchte) Salz und Pfeffer zu einer normalen Hackmasse verknetet. Im Prinzip wie für Frikadellen, nur ohne Majoran. Original macht man sie, glaube ich, mit Kalbshack. Aber wo bekommt man das denn heute noch… daher habe ich gemischtes genommen, was der Freude am Ende keinen Abbruch getan hat.

Parallel habe ich einen Topf mit Brühe aufgesetzt. Darin sollten meine Klopse pochiert werden. Wichtig war mir daher, dass er nach etwas schmeckt. Andererseits sollte es nicht zu salzig sein, da ich den Fond dann später für die Sauce reduzieren wollte. Gekörnte Brühe fiel also aus (für mich schon wegen dem Geschmack, aber hier letztlich auch wegen dem Salzgehalt). Ein Glas Kalbsfond im Supermarkt zu kaufen hatte ich auch verpennt, also habe ich Bratensaftwürfel von Maggi genommen. Ich habe einen Würfel in ca einem Dreiviertel Liter Wasser aufgelöst und heißgemacht. Darin habe ich dann einen Probeklops pochiert.

Wichtig ist, dass die Flüssigkeit nicht wallend kocht – sonst zerfallen die Klopse, besser ist es, die Temperatur unter dem Siedepunkt zu halten. Die Probe war mir ein wenig zu instabil, daher habe ich noch ein wenig Semmelbrösel hineingeknetet. Hier muss man ein bisschen spielen: Ist die Masse zu fest, werden die Klopse sehr kompakt und hart. Ist die Masse zu feucht, zerfallen die Klopse. Daher kocht man auch eine Probe: passt es einem dann nicht, kann man immer noch korrigieren.

Als ich dann mit meiner Masse zufrieden war, habe ich sie zu Klopsen gerollt (etwas größer als Golfbälle) und in den heißen Fond gegeben. Darin garen sie dann etwa 20 Minuten. Die Zeit habe ich genutzt, um eine Mehlschwitze herzustellen: 1 El Butter in einen Topf erhitzen und dann Mehl darin anschwitzen. Eigentlich sollte es keine Farbe bekommen, meins wurde etwas zu heiss und daher leicht braun, aber das macht auch nichts.

Ausserdem habe ich Gemüsereis aufgesetzt. Dazu habe ich ein Bund Suppengrün (Sellerie, Karotte, Lauch) fein geschnitten und zusammen mit einer gewürfelten Zwiebel in etwas Öl angeschwitzt. Wenn die Zwiebeln glasig sind, gebe ich Langkornreis dazu, lasse ihn auch noch etwas mitschwitzen und lösche dann mit Wasser (oder Brühe, wenn ich habe – auch hier: besser keine gekörnte, der Reis schmeckt sonst schnell nach nichts anderem mehr) ab und lasse ihn köcheln.

Die Klopse habe ich dann aus dem Fond genommen und auf den Reis gesetzt. Deckel drauf – fertig. So dämpfen die Klopse weiter mit dem Reis, ziehen durch und bleiben warm. Dadurch kann der Fond zur Sauce weiterverarbeitet werden. Dafür gebe ich ihn in die Mehlschwitze und koche das ganze durch. Mehlgebundene Saucen müssen etwa eine halbe Stunde lang kochen, um den Mehlgeschmack zu verlieren. Das traf sich in diesem Falles eher gut, da ich die Sauce ohnehin noch reduzieren wollte. Also den Herd volle Möhre aufgedreht, ab und zu umgerührt und dann im wesentlichen darauf gewartet, dass die Sauce weniger und der Reis gar wird.

Als der Reis dann fast fertig war, habe ich die Sauce fertiggestellt: dazu habe ich den Saft von ca. 1/2 Zitrone (hier besser vorsichtig sein und nochmal zwischendrin probieren, nicht dass die Sauce zu sauer wird) und ein kleines (30g) Glas Kapern mit Sud hinzugegeben. Dann habe ich das ganze noch einmal abgeschmeckt und ganz am Schluss das verbliebene Eigelb hineingerührt, was nochmal etwas Bindung und Geschmack gibt. Hierzu darf die Sauce ebenfalls nicht mehr zu heiß sein – sonst bekommt man keine Bindung sondern Rührei.

Dann die Klopse wieder in die Sauce, mit etwas Petersilie garnieren und zu Tisch!

Der Reis ist diesmal etwas pappig geworden – ich weiss auch nicht, warum. Sonst war es sehr fein, eigentlich wie bei der Großmama – und mit zunehmendem Alter schmecken Kapern viel besser.

Bon Appetit, bis bald!

Southern Red Beans and Pork

Southern Red Beans and Pork


Wir sind im Schwarzwald und hatten die letzten Tage Besuch. Da bietet es sich doch an, etwas zu machen, was man für zwei Personen nicht so gut kochen kann weil dann einfach zu viel übrig bleibt. Bohnen sind toll, Schinken auch, also haben wir das lang ersehnte Rezept aus Jamie’s America (Seite 80) gemacht: Southern Red Beans and Pork.
Im Rezept steht „1 smoked ham hock“ – also eine geräucherte Haxe, aber eben nicht gepökelt. Gar nicht so einfach, in den meisten Supermärkten bekommt man sowas nicht, also entweder ab zum Metzger oder Glück haben: hier im kleinen Edeka an der Ecke gab es grade Rollschinken für verhältnismäßig faire Preise. Geräuchert, nicht gepökelt und perfekt für dieses Rezept.

Man braucht für meine Version des Rezeptes:

eine 800g-Dose rote Kidneybohnen
einen 1kg-Schinken oder eine 1,2kg Haxe vom Schwein
eine Knolle Knoblauch
4 Stangen Sellerie, gehackt
2 große Zwiebeln, gehackt
4 Lorbeerblätter
3-4 TL Thymian
1 TL Oregano
1 TL Paprika
1/2 TL Cayenne
1 TL schwarzer Pfeffer (gemahlen)
800g Dosentomaten

Die Knoblauchknolle in der Mitte durchschneiden. Alles außer dem Schinken und den Bohnen in einen sehr großen Topf geben und aufkochen. 5 Minuten stark kochen lassen, dann eine halbe Stunde bei niedriger Hitze mit Deckel kochen lassen. Den Schinken hinzugeben und nochmal ungefähr eine Stunde kochen, dabei immer mal wieder umrühren, großartig machen muss man aber nix. Die Bohnen sind ja schon gar und kommen daher erst für die letzte halbe Stunde mit rein, damit sie nicht zu matschig werden.
Ein bisschen wird aber am Schluss gematscht: wenn man vom Schinken leicht Stücke abziehen kann und die Sauce etwas eingekocht hat und das Gemüse weich ist, nimmt man die Knoblauchknolle heraus und drückt die jetzt butterweichen Knoblauchzehen heraus in eine kleine Schüssel. Ungefähr ein Vierter von den Bohnen und dem Gemüse dazugeben und zusammen zu einem Mus matschen. Zurück in die Sauce geben. Den Schinken in mundgerechte Stücke zerteilen und auch zurück geben. Zusammen nochmal aufkochen, abschmecken, etwas Apfelessig dazu geben.

Dazu schmeckt Reis. Keine Angst vor der ganzen Knolle Knoblauch, es schmeckt wirklich fantastisch. Eher ein „Sonntagsbraten“, da es doch recht lange kochen muss und der Schinken nicht so billig ist – aber es lohnt sich. Da beneidet man doch glatt die Südstaatler, die sowas an jeder Ecke bekommen…

Chicken Enchiladas

Chicken Enchiladas


Hiermit beende ich offiziell die Winterpause! Es wird wieder gebloggt, und erstmal muss ich die ganzen leckeren Dinge nachholen, die wir in den letzten Wochen so fabriziert haben. Es geht los mit einem Gericht, mit dem man Tobi schnell aus der Reserve lockt: Chicken Enchiladas. Im Prinzip nichts Anderes als gefüllte, überbackene Tortillas zu denen man Guacamole und Creme fraiche reicht. In der Praxis unheimlich lecker.

Wir machen immer gleich eine Menge davon, ich nehme für 8 Tortillas entweder 3-4 Hühnerbeine oder, wer dem dunklen Fleisch abgeneigt ist, 500g Hühnerbrust. Mit Beinen schmeckt’s aber besser und günstiger sind die normalerweise auch. Ich heize den Ofen auf 180 Grad vor und brate die Hühnerbeine nach vorheriger Würzung mit Pfeffer, Paprika, Cumin und Salz scharf an, danach dürfen sie eine gute halbe Stunde im Ofen backen, bis sich das Fleisch leicht von den Knochen löst.

In der Zwischenzeit kann man schon mal die Tomaten-Chili-Sauce machen: eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein hacken, mit reichlich Öl andünsten. 500g Tomatenpüree (oder gehackte Tomaten) dazugeben, zum Kochen bringen. Mit Cayenne, Pfeffer, Salz und reichlich Cumin würzen, eventuell noch etwas Wasser hinzugeben. Eine gute halbe Stunde vor sich hin köcheln lassen. Wer hat, kann einige Teelöffel Adobo Sauce von Chipotle Chilies in Adobo hinzugeben, das macht die Sauce ganz wunderbar rauchig-scharf. Den Rest kann man ja dann für die Chipotle Meatballs verwenden 🙂

Das Hähnchenfleisch zerrupfe ich dann grob und mische es mit einigen Esslöffeln Tomaten-Chili-Sauce, so dass es mit Sauce benetzt ist, aber nicht darin schwimmt. Jetzt werden damit die Weizentortillas gefüllt. Manchmal mache ich noch eine frische Salsa aus frischen Tomaten (entkernt), Frühlingszwiebeln, Koriander, Cumin und etwas Olivenöl und packe die mit in die Tortillas. Schwarze Bohnen, Mais und ähnliches Gemüse macht sich auch gut – aber dann könnte man ja eigentlich auch gleich Gemüse-Enchiladas machen.
Die Tortillas ordentlich rollen und dicht nebeneinander in die Ofenform legen. Die restliche Tomatensauce darüber geben – die Enchiladas sollten nicht bis oben hin schwimmen, im Zweifelsfall einfach etwas von der Sauce übrig lassen und andersweitig verwenden, zum Beispiel für eine Arrabiata – dann mit einigen Esslöffeln Creme fraiche beträufeln, Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten) drüberstreuen und eine ordentliche Schicht geriebenen Käse. Ab in den Ofen bis der Käse schön gebräunt ist.

Dazu passt eine frische Guacamole besonders gut. Einfach das reife, weiche Fleisch von zwei Avocados mit grobem schwarzen Pfeffer, einer Prise Salz, sehr fein gehackten Frühlingszwiebeln und einem guten Spritzer Limettensaft sowie reichlich frischem, gehackten Koriander mit einer Gabel zerquetschen. Abschmecken, fertig.

Als Nächstes kommt ein Rezept aus Jamie’s America dran, auf das wir schon lange geschielt haben: Southern Ham and Beans. Sehr köstlich – seid gespannt! Außerdem gab es noch Spaghetti Meatballs, ein Wintertiramisu mit Lebkuchen und Kirschen und heute macht Tobi Königsberger Klopse (die darf er euch dann aber selber beschreiben). Ein paar Weihnachtsleckereien gebe ich auch noch zum Besten: Saté-Spieße, Eierlikör-Schoko-Muffins, Filo-Teigtaschen mit Schafskäse,…

Weihnachtsbäckerei

Haselnusskekse mit Himbeerfüllung


Nun sind wir also in Deutschland unterwegs und stehen momentan nicht in der gleichen Küche – aber leckere Sachen gibt es bei mir trotzdem! Von dem Ingwer-Zitronen-Dressing für Pasta konnte ich meine Familie schon überzeugen, und die Plätzchen kamen auch gut an – anstatt tonnenweise Kekse vorzufinden, bin ich dieses Jahr nämlich allein verantwortlich für die Plätzchenproduktion. Also ran an den Knethaken!

Das folgende Rezept stammt von Tobi’s Kumpel Jojo, an dieser Stelle also vielen Dank dafür! Ich habe es ein bisschen modifiziert, aber abgesehen davon schmecken die Plätzchen genauso wie seine.

300g kalte Butter
300g gemahlene Haselnüsse
300g Mehl
225g Zucker
1TL Backpulver
1TL Vanillezucker

Alles schrittweise mit dem Knethaken zu einer gut durchgebröselten Masse verarbeiten. Dann mit sauberen Händen ordentlich durchkneten. So ein Mürbeteig fällt tendentiell relativ leicht auseinander, je wärmer die Butter wird, desto mehr hält der Teig (dann wird er aber auch klebrig).  Auf der Arbeitsplatte immer nur ein Stück vom Zeig ausrollen, mit wenig Druck arbeiten und den Teig immer gut einmehlen.
Bei Mürbeteigplätzchen verzichte ich auf hübsche Ausstechformen, das gibt sonst nur Frust.
Die Plätzchen mit etwas Abstand auf ein Blech setzen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze genau 11min backen. Nach 10min schauen ob sie schon sehr (!) leicht gebräunt sind. Die Kekse dürfen nicht zu dunkel werden, sonst schmecken sie bitter und sind zu knusprig. Sie dürfen ruhig noch zu weich sein beim Rausholen, nach ein paar Minuten Abkühlen sind sie fest genug. Also auf einem Gitter kurz abkühlen lassen und dann entweder in Blechdosen aufbewahren oder mit Himbeermarmelade füllen – ich nehme dazu die kernlose, aber man kann jede Art von leckerer Marmelade nehmen! Einfach mit einem Pinsel etwas Marmelade auf einen Keks streichen und einen zweiten daraufsetzen. Leicht zusammendrücken und fertig abkühlen lassen.

Außer den Haselnusskeksen habe ich auch Orangensterne gemacht, das Rezept dafür gibt es später. Die sind sehr lecker, da sie nicht so süß sind.
Heute werde ich noch Eierlikörmuffins und Rumkugeln nach Oma’s Rezept machen – außerdem gibt es Enchiladas! Leider ohne Tobi, aber dem mache ich nächstes Jahr wieder welche 🙂